Ein Ökobetrieb, betont Lola, sind sie nicht. Sie düngt mit Chemikalien, die zwar auch in der Natur vorkommen, aber kein Bio-Siegel passieren.
Deren Rückstandswerte, recherchiere ich später im Internet, sind dennoch deutlich geringer als vorgeschrieben. Nach Skandalen von verseuchtem spanischem Gewächshaus-Gemüse sind die Bauern sehr umsichtig geworden. Große Handelsketten verlangen deutlich geringere Belastungen als gesetzlich vorgeschrieben, keiner kann es sich mehr leisten, dagegen zu verstoßen.
Ein Paradies nach Ökomaßstäben ist dies hier dennoch sicher nicht.
Die Samen kommen, gibt Lola nach wiederholter Nachfrage zu, aus China. Sie selbst lehnt Gentechnik ab. Aber Monsanto, größter Betreiber von genverändertem Saatgut, hat eine große Niederlassung in Almeria…
Kritiker bemängeln außerdem, dass Saisonhelfer aus Marokko und Schwarzafrika, ohne die dieser arbeitsintensive Anbau gar nicht möglich wäre, miserabel bezahlt und ausgebeutet werden. Wir, das ist uns klar, besuchen einen Vorzeigebetrieb und sehen niemanden, aber es erscheint durchaus plausibel. „Billig“ hat eben seinen Preis…

