Am ersten Morgen auf dem Boot gehe ich einkaufen für’s Frühstück. 10 Minuten, einkaufen, 10 Minuten zurück. Eine halbe Stunde also etwa später trudle ich wieder auf dem Boot ein und freue mich wahnsinnig auf Kaffee. Den haben wir an Bord. Massenhaft.
Gedeckt ist – nichts. Das wundert mich. Peter, zuverlässigster Mann der Welt und begeisterter Barista – nichts???? Peter hängt am Schaltpult. Der Herd ging nicht, weil die Zündung nicht funktionierte und die funktionierte vermutlich nicht, weil…Hm. Aber wir haben noch einen Campingkocher. Irgendwo…20 Minuten später kocht das Wasser und es riecht verlockend. Kaffee!!!
Dennoch sollte man das Problem mit dem Herd lösen. Schließlich wollen wir mal kochen. Spurensuche. Peter meint eine Stunde später, wahrscheinlich wäre es die Batterie, die der Zündung nicht genug Impuls gibt. Kein Problem, kriegen wir, pardon, er, hin.
Erstmal packen wir aus. Und fluchen. Was zum Kuckuck hat uns getrieben, alles an Klamotten doppelt und dreifach mitzunehmen? Wir hatten fast alles an Bord und tragen sowieso eigentlich immer das gleiche – Faulheit siegt über Eitelkeit. Wir schwören uns, nienienie wieder! so beladen zu reisen. Und vom Eingepackten immer nochmal die Hälfte wieder auszupacken.
Egal, jetzt ist es halt so. Der Bootssalon sieht aus wie ein Schlachtfeld, keine Ahnung, wo wir alle Medikamente unterbringen sollen, das Sonnenöl reicht uns für einen dreijährigen Trip – die Schränke platzen aus allen Nähten. Und es wird heiß. Und heißer. 36 Grad im Bootsinneren…hatten wir je über das Wetter in Deutschland gemeckert? Zwischendurch stürzen wir uns in die Fluten, über den Steg gleich ins Meer, eine rostige, muschelbewachsene Leiter wieder hoch. Wunderbar. Das Meer ist traumhaft. Weich. Warm. Sogar Peter schafft es, ohne Zetern reinzuspringen :-))
Nachmittags belohne ich mich mit einem Besuch in der Borabora-Bar. Die gehört zur Marina, bietet superbequeme Liegewiesen mit Matratzen und Kissen, eine vernünftige Leiter ins Meer…ach, was für ein Luxus. Perfekt wäre es, wenn sie nicht diesen Diskomist spielen würden – Jazz wäre nett…! Aber ich will es mir nicht ganz mit dem Barkeeper verderben. Wir kennen uns vom letzten Jahr. Da hatte er mir im Vertrauen gesagt, Hitler wär doch eigentlich ganz prima gewesen. Ich hatte ihm im Vertrauen zurückgesagt, dass Hitler meinen Großonkel umgebracht hat – neben ein paar Millionen anderer im übrigen. Seitdem ist unser Verhältnis etwas getrübt.
Abends koche ich. Uns hat kürzlich jemand gefragt, wie teuer unser Trip it. Naja, je nachdem. Da wir uns den Besuch der Happyhour mit Efes und Gintonic nicht verkneifen, kochen wir wenigstens selber. Das mache ich meistens ja auch sehr gern, aber bei 36 Grad (s.o.)… Es ist lecker (Fusionküche, Gemüse mit Ingwer asia a la Ute), und später sitzen wir zufrieden an Deck, trinken noch einen Wein und finden das Leben nur schön!

