Atlantik, 23.7. 2017, 18:15 Uhr, 36°59N, 009°05W,
Immer noch kein Land in Sicht. Die Wellen sind deutlich flacher geworden, wir müssten in der Abdeckung sein. Wir spähen und suchen – nichts. Jetzt müsste doch endlich die Küste Portugals auftauchen! Da! Eine Wolke? Nein, sie bleibt. Es sind Felsen. Cabo de Sao Vincente. Wir sind da. Wir haben es geschafft. Wir fallen uns in die Arme. Zum Jubeln sind wir viel zu müde.
Cabo de Sao Vincente, sagenumwoben. Von da sind die portugiesischen Eroberer gestartet. Wir kehren zurück.
10 Meilen noch dauert es, bis wir die Bucht erreicht haben, in der wir ankern wollen. Um ein letztes Mal im offenen Atlantik baden zu können. Von da an werden es Marinas oder Flussmündungen sein, in denen wir übernachten.
Die Bucht, Sagres, gefällt uns nicht. Steile Felswände, kein Leben. Wir ziehen weiter, in der nächsten Bucht gibt es immerhin einen kleinen Fischerhafen. Kahle Küste. Was für ein Wechseln nach den grünen, saftigen Azoreninseln.
Eigentlich wollte ich wenigstens heute Abend schön für meinen Mann ein Geburtstagsessen kochen, eigentlich sollte der Korken knallen – wir sind zu erschöpft. Freuen uns riesig über das erste Bier seit einer Woche, ein Glas Rotwein, Tortillachips und Tomatensalsa. Und fallen ins Bett. Endlich wieder ruhig schlafen!

