13.7.2017
Gleich nebenan liegt das „OMIC“, das azorische mikrobiologische Institut. Dort kann man Kaffee trinken.
Carolina empfängt uns. Sie ist Wissenschaftlerin und untersucht die mikrobiologische Diversität des Thermalwassers. Voller Enthusiasmus erklärt sie uns ihre Lieblinge, die Mikroben, ihre Schönheit, ihre Funktion: Sie könnten viel mehr Sauerstoff produzieren als Bäume! Wir dürfen durchs Mikroskop schauen und sie bewundern.
Dann kredenzt sie uns Kaffee bzw. Limonade, gebraut mit Wasser, das direkt aus den Thermalquellen gewonnen wird. Es schmeckt hervorragend, der Kaffee etwas erdig, die Limo frisch und kein bisschen nach Schwefel. Wir sind erstaunt, Carolina zufrieden. Ich frage sie, was für ein Gefühl es ist, auf einem Vulkan zu leben. Hat sie keine Angst, dass er wieder ausbricht? Der letzte Ausbruch liegt fast 500 Jahre zurück, erklärt sie uns. Nach 500 Jahren gilt ein Vulkan als schlafend. Von daher besteht diesbezüglich Hoffnung. Mit der Angst vor Erdbeben aber, damit würde auf den Inseln jeder aufwachsen. Und jeder wüsste genau, was er zu tun hat. Wir müssten mit Einbrechern, Kriminalität klarkommen. Sie eben – mit einer anderen latenten Bedrohung.
Carolina ist entzückend, ihr fließendes Englisch hat sie sich selbst beigebracht. Und wie alle Menschen, die wir auf den Azoren und besonders auf Sao Miguel kennengelernt haben, ist sie begeistert von dem, was sie tut, von der Natur, mit der sie arbeitet – und freut sich, dieses Wissen weitergeben zu können.

