4.6.2017, 1.Tag
32 Grad 25 N, 62 Grad 21,05 W,
Etmal (= in 24 Stunden gefahrene Seemeilen)122 sm
Flaute. Entgegen der Wettervorhersage fast überhaupt kein Wind, dafür nachts Gewitter. Wir können dank Radars ausweichen, sehen die Blitze am Horizont. Sieht toll aus, aber auch bedrohlich. Dann Regen, Regen, Regen…Kein guter Start.
5.6., 2. Tag
32 Grad 56 N, 60 Grad 10 W, 116 sm
Immer noch Flaute. Wär nicht so schlimm, aber lange halten wir das nicht durch, dann geht unser Dieselvorrat zur Neige. Und die Nudeln. Wir gehen weiter nördlich und versuchen, zwischen Flaute und Starkwind einen Kurs zu finden…
6.6., 3. Tag
33 Grad 15 N, 57 Grad 48W, 124 sm um 12 Uhr.
Keine Delphine, keine Wale gesehen. Dafür jede Menge Quallen, bildhübsche Tierchen, punkviolett, ca. 10 cm groß, die einen pfauenradähnlichen Schirm aufgespannt haben und sich damit vom wind durch die Wellen treiben lassen. Unglaublich, was die Natur sich einfallen lassen hat.
Um 9:30 schalten wir den Motor ab. Himmlische Ruhe. Und trotzdem machen wir zwischen 4 und 5 Knoten Fahrt, sehr angenehm. So könnte es bleiben…
Der wie jeden Tag eingeholte Wetterbericht zerstört jegliche Illusionen.
Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Aus Nordwest kommt ein großes Tief auf uns zu mit im Norden zwischen 9 und 56 Knoten (allen Ernstes – 3 Beaufort bis zu keine Ahnung 13? 14 Beaufort? in den Böen. Da freuen sich die Segelmacher.). Auf unserer Höhe sind es immerhin noch 39 Knoten, die uns erwarten. Danke, das braucht keiner.
Weichen wir aber Richtung Süden aus, bekommen wir binnen kurzem den Wind direkt auf die Nase – und auch davon nicht gerade wenig. Geht auch nicht. Motoren können und wollen wir nicht mehr, einen Großteil Diesel haben wir schon in den ersten Tagen verfahren.
Nach langem Grübeln entscheiden wir uns dafür, sehr südlich zu gehen, um dann, sobald das Tief durch ist, wieder zurück Richtung Norden zu stechen. Dann müssten wir Halbwind haben. Leider wird uns das Ausweichmanöver vier Tage kosten. Hoffentlich reichen die Spaghetti…
