Bermuda, 27.5.2017
Wir laufen weiter nach Hamilton, gespannt, wie es dort an einem normalen Tag aussieht. Naja, normal.
Ich möchte gern in den Norden der Stadt, das war einmal, schreibt unser Reiseführer, sozusagen das Harlem Bermudas. Kriminalität, Drogen, Hoffnungslosigkeit.
Bis irgendjemand es geschafft hat, die Bewohner bei ihrer Würde zu packen und ihnen zu erklären, dass sie verantwortlich sind für sich und ihren Stadtteil. Und dass sie etwas daraus machen können. Offensichtlich mit Erfolg.
Ein riesiges Wandgemälde an prominenter Stelle zeigt, dass Schwarze von Bermuda es zu etwas gebracht haben – Sportikonen. Vorbilder.
Wir finden zwar nicht das lebendige, trubelige Viertel mit netten Kneipen (wir hatten auf Musik gehofft), das der Reiseführer beschreibt, aber wir – die einzigen Weißen weit und breit -, werden überall höflich und freundlich begrüßt, nie angemacht, fühlen uns nie bedroht.
Schade, dass wir zu keinem Musikabend kommen. Wie nehmen den Bus zurück und verkrümeln uns wieder auf dem Boot. Und das, unter Sternen, die Lichter St. George’s um uns herum, ist auch sehr schön.

