John Lennon was here

Hamilton, Bermuda, 27.5.2017

1980 segelte der Ex-Beatle von New York nach Bermuda, um sich hier zu erholen und die Schreibblockade, unter der er seit 5 Jahren litt, möglicherweise zu durchbrechen.

Er besuchte den Botanischen Garten und fand dort eine Fresie, die er bewunderte. Sie hieß: double fantasy.

Und die inspirierte ihn zum Titel seines Albums, das er nach seinem Aufenthalt wieder komponierten konnte und später in New York aufnahm. Ein Doppelalbum. „Double fantasy“. Sein letztes Album. Wenige Monate später wurde er in New York erschossen.

Die Skulptur am Eingang des Botanischen Gartens soll an ihn, den begnadeten Musiker und Texter, erinnern. Eine Gitarre, sein Gesicht mit der typischen John-Lennon-Brille, rechts und links Friedenstauben.

Die Fresie finden wir leider nicht. Überhaupt ist der Botanische Garten leider in deutlich desolaterem Zustand als viele Vorgärten, die wir gesehen haben.

Aber ein Museum gibt es dort, eine Gemäldesammlung. Werke von Georgia O’Keeffe sollen dort zu sehen sein, eine nordamerikanische Malerin, die ich verehre. Auch sie litt unter einer künstlerischen Blockade und kam nach Bermuda, um sich zu erholen und Abstand zu gewinnen.

Ausgestellt ist eine Zeichnung, ein verästelter Baum. Keine Frage, außergewöhnlich. Ich aber hatte mich auf eines ihrer kraftvollen Gemälde gefreut und bin ein bisschen enttäuscht.

Dennoch, das Museum ist einen Besuch wert. Eine Privatsammlung, vor 30 Jahren begonnen. Ausgestellt sind Bilder aller Künstler, die auf Bermuda waren und Motive verewigt haben. Eine kunsthistorische Zeitreise und sehr beachtlich.

Wir laufen weiter nach Hamilton, der Hauptstadt Bermudas. Auf dem Weg liegt das
Bermuda Underwater Exploration Institute, ein Museum, in dem man die Unterwasserwelt entdecken kann.

Und das ist richtig beeindruckend.

Viele Erklärungen der Unterwasserwelt. Filmausschnitte über die Verschmutzung der Meere, die Überfischung (der Papageienfisch, unser schöner Papageienfisch, ist vom Aussterben bedroht!), Klimaerwärmung und ihre Auswirkungen – ein Aufschrei. Ach, wenn Mr. Trump sich doch herablassen würde, hier mal vorbeizuschauen…Wir jedenfalls beschließen sofort, eine Greenpeace-Station auf unserer Hugin einzurichten, wenn wir im Ruhestand sind.

Am tollsten aber ist eine virtuelle Mitfahrt auf einem der Renn-Katamarane des America’s Cup. 3-D-Brille, 360Grad-Blick, Geräusche inklusive. Der Wahnsinn!

Berauscht verlassen wir das Gebäude, sprachlos, was diese kleine 22 Kilometer lange Insel alles bietet.

Und sind noch lange nicht fertig…..

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