San Juan, 16.5.2017
treffen wir vor dem Büro der Marina. Er hat mit seinem Boot unweit von uns geankert, ein Nachbar also. Wir kommen ins Gespräch, laden ihn auf ein „Medallah“ ein. Ich frage ihn nach seinem T-Shirt, auf dem über der Flagge Puerto Ricos der Name des Poeten Oscar Lopez Rivera prangt.
Lopez war ein Unabhängigkeitskämpfer, von den USA inhaftiert und zu 70 Jahren Gefängnis verdonnert, von Obama begnadigt. Mittwoch kommt er frei und in ganz San Juan wird gefeiert! Sagt Federico. (Zu schade, da sind wir schon weg, so ein Mist.)Und erzählt uns die Historie der Abhängigkeit Puerto Ricos von den USA. 20 Minuten lang, fesselnd, Federico ist Geschichtsprofessor und unterrichtet, aber nur einen Tag in der Woche. Den Rest lebt er auf seinem Boot und gibt standup-Paddel- Unterricht.
Wir lauschen teils gebannt, teils überfordert, Federico liebt sein Land und redet sich in Begeisterung. Peter bringt ihn irgendwann zurück in das Heute. Wir wollen morgen weg. Wo wir wohl tanken können?
Federico fragt in der Marina, Peter meldet uns an und kurz darauf ist unsere nette Geschichtsstunde abrupt beendet. Morgen ist der Tankwart krank. Wir müssen heute tanken. Jetzt!
Also nichts wie ins Dinghi und aufs Boot, Fender raus, Leinen fest, Anker auf – und kurz darauf legen wir an einem Holzsteg an, der mit einer mobilen Tankstelle bestückt ist.
Wir füllen Tanks und Kanister, Tankwart und Maritza im Marina-Büro machen wegen uns Überstunden. So nett!
Wir dürfen am Steg bleiben. Die Nacht ist leider nicht so schön, wolkenverhangen, auch der Blick war schonmal besser, aber wir verabschieden uns mit großer Melancholie von diesem schönen Land – und der Karibik. Mit Rum.

