Puerto Rico, 3.5.2017
…heißt die kleine Schwester von Culebra, und sie soll noch schöner sein. Das älteste Naturschutzgebiet der USA, 1909 von Teddy Roosevelt gegründet.
Culebrita ist schön, keine Frage. Höchstens 2,5 Kilometer lang, keine Ortschaft, keine Kneipe, nur Natur. Sandstrand, Palmen, Bilderbuchkaribik. Allerdings kein Ankern möglich – Moorings. Dagegen habe ich in Naturschutzgebieten ja bekanntlich gar nichts, aber die Bojen warnen: Nur Tagesankerplatz. Oh, das hat uns niemand verraten. Müssen wir abends wieder weg? Wohin? Culebra ist über 7 Meilen entfernt….
Dänen, die neben uns liegen, raten zu Gelassenheit. Sie sind schon ein paar Tage da, niemand hat gefragt. Wir sind halt doch sehr deutsch…Also bleiben auch wir.
In der Bahia de Tortuga. Die Schildkröten, nach denen sie ihren Namen hat, lassen sich allerdings kaum blicken. Wie schade, sind wir doch hauptsächlich ihretwegen gekommen.
Dann müssen wir eben unter Wasser nach ihnen suchen. Peter schnorchelt schonmal vor, mir kommt nach wenigen Zügen ein Rochen mit weit aufgerissenen Augen entgegen. Ich trete sofort den Rückzug an.
Peter schimpft mich einen Angsthasen und ich verspreche, mich beim nächsten Schnorchelgang nicht mehr so ins Boxhorn jagen zu lassen, sondern tapfer weiter zu schwimmen.
Tue ich. Bis wir über einen riesigen Rochen kommen mit einer Spannbreite von vielleicht 1,50 Metern. Der liegt zwar friedlich auf dem Boden, trotzdem ist mein Fluchtreflex stärker als alle guten Vorsätze. Ich biege sofort ab. Sehe dabei immerhin eine Schildkröte! Riesig auch sie, bestimmt die Urmutter aller Schildkröten in der Bucht.
Och, da will ich mal lieber nicht stören! Ich gehe zurück an Bord. Peter versteht die Welt nicht mehr. Bleibt seinerseits fasziniert an der Bordwand – ein Hai unter uns. Niedlich, so 80 Zentimeter groß.
Tja, wir wollten Natur – nun haben wir sie!

