St John, 22.4.2017
St. John gilt als eine der schönsten Inseln der gesamten Virgin Islands, und das zu Recht.
Von Kolumbus- natürlich, von wem sonst- entdeckt, wurde sie im 18. Jahrhundert von den Dänen besetzt!
Erlitt die Geschichte aller karibischen Inseln – mit Tabak- und Zuckerrohrplantagen bewirtschaftet, wobei die Sklaven anscheinend hier besonders brutal behandelt wurden. Mit der Abschaffung der Sklaverei verschwanden auch die Plantagen.
Rockefeller erwarb dieses Eiland in den fünfziger Jahren und schenkte es dem amerikanischen Staat mit der Auflage, ein Naturschutzgebiet daraus zu machen. (Er selbst baute ein klitzekleines supernobles Hotel darauf.)
Ihm ist zu verdanken, dass die Insel fast unberührt und unbebaut und damit sehr grün ist. Der Naturschutz erstreckt sich auch auf das Meer. Freies Ankern ist verboten, es sind Moorings ausgelegt, die man benutzen und bezahlen muss. Das widerstrebt natürlich freiheitsliebenden Seglern wie Peter, ich dagegen bin gern bereit, 26 Dollar pro Nacht zu zahlen, nachdem ich den Vergleich zwischen einem unberührten, heilen Seegrasfeld und einem, auf dem Anker gewütet hatten, gesehen habe. Die Schildkröten sollen es doch gut haben!
Wir nehmen den Bus, wie meistens, um die Insel von Land aus zu erkunden. „Dollarbus“ heißt er, weil man nur einen Dollar in eine Zahl-Maschine schiebt und dann fahren kann, wohin man will. Prima! Getränke, Essen, Rauchen, Waffen, Spritzen an Bord, so ein Schild, sind verboten, und leider auch Musik. Daran muss sich wohl auch der Fahrer halten – die Rhythmen, die uns bisher immer auf Busfahrten begleitet und beglückt haben, gibt es hier nicht. Schade. Dafür sind die Stossdämpfer, wie überall in der Karibik, im Eimer…
Wir erhoffen uns saftigen Regenwald – aber nein. Die Vegetation ist eine Mischung aus Mexiko und Kanada – Kakteen und Laubbäume, die langsam gelb werden.
Trotzdem ganz schön.
Zum Wandern haben wir angesichts der hohen Temperaturen keine Lust. Und fahren gleich wieder zurück auf unser Boot. Haben noch nicht mal Lust, abends mit dem Dinghi in die Stadt zu fahren. Fähren verursachen fiesen Schwell, und darin herumgeschaukelt zu werden, verlockt nicht wirklich. Außerdem ist die Kulisse um das Boot herum so schön! Hinter uns leuchten die Lichter von St. Thomas, seitlich ragt der Berg empor. Das reicht uns. Unser abendliches Fernsehprogramm…

