Ein Visum, ein Visum!

Tortola, BVIs, 19.4.2017

Wir haben es – ein Visum für die USA.

Eigentlich wollten wir überhaupt nicht in die Staaten, zur Zeit. Aber die USVirgin Islands haben Mr. Trump nicht gewählt! Und wir…wollen mal weiterziehen und woanders hin. Es ist ganz schön hier, aber auf Dauer wiederholt es sich doch ein bisschen. Wir müssen/dürfen ja aber noch ein bisschen bummeln, bis der Wind passt und wir weiter gen Norden und dann Osten ziehen können. Also sind wir auf die Idee gekommen, über die US Virgin Islands nach Puerto Rico zu segeln und von dort aus weiter nach Bermuda.

Dafür aber braucht man ein Visum. In weiser Voraussicht und für alle Fälle (eigentlich wollten wir mal nach New York und von Mr. Trump war da sowieso noch keine Rede) hatten wir uns noch in Deutschland für ein ESTA-Visum beworben und das auch bekommen, sozusagen die light-Version für Europäer. Um hier, in der Karibik, zu erfahren, dass das nicht genügt, um mit dem eigenen Boot einzureisen…

Man kann aber, so man das ESTA-Visum hat, die Fähre in die USVIs nehmen, um sich dort das Visum zu holen. Dann darf man 90 Tage lang einreisen. Auch mit eigenem Boot.

Das also haben wir getan, nicht sicher, ob es wirklich so funktioniert. Aber es war erfrischend unproblematisch: Ein sehr höflicher, geduldiger Officer an der Passkontrolle, der uns – wie allen Einreisenden -, Fingerabdrücke nahm, ein Foto machte, und ohne viel Federlesens den Stempel gab.

Und jetzt sind wir frei, zu reisen, wohin wir wollen.

Erstmal wieder nach Road Town, auf Drängen einer einzelnen Dame, die dort unbedingt noch Schwarzbrot kaufen will. Ich.

Damit das nicht der einzige Grund bleibt, gehen wir abends in die Stadt, essen. Finden „Bamboushay“, das sehr nett aussieht. Die haben Quizabend, und „es wird laut!“, warnt uns eine sehr freundliche, ältere, etwas schrullige Engländerin, die durch den Abend führt. Mir ist eher nach einer kuscheligen Ecke, aber Peter ist ein bisschen Leben grade Recht. Zum Glück. Wir bekommen Zettel und Stift in die Hand gedrückt und machen mit. Es wird sehr lustig. (Das Essen ist nix, aber das ist dann auch egal…)

Wir gewinnen! Den „wooden Spoon“, einen Holzlöffel, für das denkbar schlechteste Ergebnis. Und neue Freunde.

Kerstin und Knut von der Foxy Lady. Wir hatten uns schon auf Virgin Gorda begrüßt, aber sie waren auf dem Sprung. Jetzt also – ein Wiedersehen, wie nett. Leider legen sie heute ab und segeln direkt auf die Azoren zurück.

Gemeinsam ziehen wir eine Kneipe weiter, wo ein Ann und Bill aus England und Lizzy mit ihrem Mann, beide Kanadier- Mitspieler auch sie – auf uns warten. Beide Paare leben seit fast 30 Jahren hier, verchartern Boote, bieten sich als Skipper an.
Endlich haben wir mal Kontakt zur örtlichen Bevölkerung und erfahren ein bisschen über Land und Leute!

Es wird ein feuchtfröhlicher Abend. Und spät. Sehr spät…

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