Long Bay, Jost van Dyke, BVIs, 13.4.2017
Wir motoren nach Jost van Dyke, eine Insel, auf der einmal ein holländischer Pirat sein Unwesen getrieben haben soll. Gerne würden wir in der Little Bay ankern, dort soll es schöne Kneipen geben (Peter lästert bereits, ich würde nur noch nach Kneipen suchen, wie wahr!), aber da ist es bereits voll. Also gehen wir eine Meile weiter nach Long bay, einer Enge zwischen Little Jost van Dyke und Jost van Dyke, direkt vor einem Riff. Das verheißt schönes Schnorcheln. Seit meiner Begegnung mit dem Barrakuda (jaja, die tun nichts, ich weiß…)ist meine Schnorchelfreude leider nicht mehr ganz so ungetrübt, ich habe nach einer Weile genug gesehen, und soo toll ist es dort nicht.
Ich hieve mich also Ins Dinghi, noch nicht ganz im Vollbesitz meiner Armkräfte, wir haben eine Art Strickleiter gebaut, mit der der Einstieg normalerweise einfach ist, aber diesmal ist die Tritthilfe misslungen, die Schlaufenstufen sind zu tief , ich schleife mich über den Dinghirand und ramme mir den Penökel, der die Ruder hält, in den Brustkorb. Es tut höllisch weh, und als Peter von seinem Schnorchelausflug zurückkommt, sitze ich wie ein Häufchen Elend im Boot. Nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch, weil ich zu doof bin, in ein Boot einzusteigen! Selbst mein geduldiger Peter ist etwas entgeistert…
Mein Element ist der Sessel! Mit Kater auf dem Bauch, Buch oder Zeitung oder wegen mir auch Laptop zum Schreiben vor der Nase! Und ich bin mir nicht sicher, ob Peter da noch anderer Meinung ist…
Jede Bewegung, jede Krümmung tut mir weh, so ein Mist! Grade, wo es mit dem Arm besser ging! Ich fühle mich wie eine Krücke – die Zehen hatte ich mir in The Bath übrigens auch noch so ordentlich angestoßen, dass ich nicht richtig laufen kann.
Nicht zum Trost, aber trotzdem, gehen wir zur happy hour (jaja, Kneipentante), mit dem Dinghi grade um die nächste Ecke.
Foxy’s Taboo. Foxy ist eine Institution auf der Insel, doch dazu später. Foxy’s Taboo managt seine Tochter.
Es ist einfach nur schön da. Geschmackvoll eingerichtet, Hängematten (zum Glück hat der dazugehörige Laden grade geschlossen, sonst wäre mindestens eine in unseren Besitz übergegangen), Fackeln am Eingang…
Teuer.
Wir bleiben trotzdem. Wenigstens eine Vorspeise ist drin. Salat mit roter Beete, Käse und Walnüssen – köstlich. Ich bekomme einen Auberginen-Käse-Kuchen auf Tomatensoße mit selbstgemachten Chips. So lecker! Endlich einmal etwas anderes als das ewige fettige Chickencurry mit Reis und Bohnen und Makkaronisalat…Wir wussten gar nicht, dass die karibische Küche so delikat sein kann.
Und ich bin übrigens gern die Kneipentante…!

