Nelson’s Dockyard

9.3. 2017, Antigua

Zum Wetter gibt es aber auch gar nichts Neues zu sagen, es bleibt mies. Starkwindig, regnerisch. Wir sind ans Boot gefesselt und wurschteln. Peter versucht noch einmal, die
alte Pumpe zu reparieren und stellt fest, dass das Kugellager gebrochen ist. Das müsste doch zu ersetzen sein…Vieleicht finden wir irgendwo eines…

Eine Regenpause nutzen wir, um uns Nelson’s Dockyard noch einmal genauer anzuschauen – das Treffen mit Babs und Paul hat Spuren hinterlassen, ihre Begeisterung uns angesteckt.

Das gesamte Gelände mit Häusern, Schiffsdocks, Offiziersunterkünften, ist Weltkulturerbe. Wir lernen, dass die Großgrundbesitzer, die auf Antigua Zucker anbauten und dadurch ziemlich reich wurden, von der englischen Krone Schutz gegen die Überfälle von Piraten forderten. Es kam – Lord Nelson, der Antigua zum Stützpunkt der Briten in der Karibik machte. Je mehr wir darüber wissen, desto interessanter wird der Ort, und auf einmal finden wir es ganz erhebend, in der Nähe eines so geschichtsträchtigen Hafens ankern zu können.
(Das Gefühl legt sich schnell, als wir uns Cappucchino und Kuchen in einer der Bars gönnen und eine Unsumme zahlen….)

Abends sind wir bei Babs und Paul auf deren Schiff eingeladen, und das wird wieder ein höchst vergnügliches Treffen.

Sie haben den typisch englischen Humor und viel von der Welt gesehen.
Auch in Deutschland gelebt, während des Mauerfalls in Berlin. Und was Babs aus ihrer Perspektive von den Deutschen erzählt, ist urkomisch. Und sehr erhellend…

Babs und mich verbindet nicht nur die Vorliebe für Chardonnay, Wir haben auch beide segelbegeisterte Männer (Paul segelt sogar die Regatta von Antigua) und stellen fest, dass wir Frauen statt sicherer an Bord zu werden, immer ängstlicher werden. Je länger ich segele, desto bewusster werden mir die unglaublichen Kräfte, die auf Schiff und Segel einwirken, wird mir klar, wie viel wie schnell kaputt gehen kann.. Und umso verzagter werde ich. Babs ist schon gar nicht mit über den Atlantik gesegelt. Wir schieben es auf die Hormone…Und ich beschließe, mich nicht kleinkriegen zu lassen. Sondern die Angst zu überwinden – naja, zumindest nicht mehr zu zeigen. (Schon wenn ich an den Rückweg denke, wird mir flau…)

Wir verabschieden uns mit einer Einladung zum Gegenbesuch bei uns.

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