10.2.2017
Endlich kommen wir weiter nach Norden – St. Pierre ist unser Ziel, das ehemalige „Paris“ Martiniques.
St. Piere ist ein kleines Städtchen unterhalb des Mont Peles, des großen Vulkans der Insel. Es ist idyllisch, denkt man sich die Palmen weg, wähnt man sich im Allgäu.
Doch eben diese Lage ist St. Pierre zum Verhängnis geworden. 1902 brach der Vulkan aus uns begrub alle und alles unter der Lava… Nur ein Gefangener überlebte, den die Mauern des Kerkers retteten…
Heute ist vom „Paris des Nordens“ nichts mehr zu spüren. Aber es ist hübsch hier, entspannt, einige schöne Gebäude sind wieder errichtet worden, die Mehrzahl aber ist und bleibt – arm.
60% beträgt die Arbeitslosigkeit auf Martinique. Der Tourismus soll helfen, doch irgendwie ist davon nichts zu spüren…Freitag abend jedenfalls ist nichts los. Wir haben auf live-Musik gehofft, doch das Höchste der Gefühle ist eine Wahlveranstaltung vor leerem Publikum für die „sanfte, ökologische, soziale“ Revolution in Frankreich und eben auch in Martinique. Interessiert hier niemanden. Die Leute, meint Manfred, der die Hälfte des Jahres in St.-Pierre verbringt, bleiben daheim. Kein Geld zum Ausgehen – das kann man verstehen. Die Preise sind ziemlich gesalzen. Wir trinken noch ein Bier in einer wirklich schönen Bar mit schwarz-weiß gefliestem Boden, orangenen Wänden und sehr netter Atmosphäre, von jungen (weißen) Freaks mit Rastalocken geführt – dann zotteln wir wieder aufs Boot.
Viele Segler gibt es hier auch nicht, es ist schwierig, zu ankern, das Ufer fällt sehr schnell sehr stark ab, ein großes Areal ist über Trümmern und Wracks des Vulkanausbruchs gesperrt.
Und dennoch –oder vielleicht gerade deshalb – genießen wir es hier. Es ist so entspannt! Wir schauen den Fischern bei der mühseligen Arbeit, ein Netz heimzubringen, zu. Fregattenvögeln. Dem Leben an Land. Schnorcheln (leider keine Fische, obwohl das Wasser klar ist).
Gehen in der dringend empfohlenen Markthalle essen – und sind enttäuscht. Das war in le Marin deutlich besser. Aber wir haben Feriengefühle. Und ich genieße das erste Mal seit langem wieder, auf dem Boot zu sein. Und freue mich auf die Überfahrt, auf die nächste Insel. Morgen. Dominica.


Ihr Lieben, wie schön das Ihr wieder unterwegs seit, schade das wir euch nicht besuchen können, aber denneoch freuen wir uns, das es euch gut geht, habt noch viele schöne Erlebnisse, liebe Grüße Brigitta