Sklaven

Martinique, 28.1.20127, 2. Teil

Wir fahren weiter Richtung Nordwesten auf die Halbinsel Caravelle. Da gibt es die Reste ehemaligen Zuckerrohr- und Kaffeeplantage zu besichtigen.

Der Eintritt ist happig, 5 Euro pro Person, der Ticketverkäufer aber senkt seine Stimme und raunt, wenn jemand von uns schon 60 wäre oder bald würde…??? Wir lachen, sehen uns an und verstummen. Peter wird in diesem Jahr 60! Wir schlucken und nicken. Und kommen beide für den halben Preis rein.

Es sind nur Ruinen, die man besichtigen kann, ein Audioguide liefert die nötigen Informationen. Aber abgesehen davon, dass die Landschaft grandios ist, macht mich der Besuch beklommen. Auf dem Hügel stand das Herrenhaus, von dem man aus die Sklaven gut beaufsichtigen konnte, die den Reichtum dieser Großgrundbesitzer herbeischufteten. Erst die französische Revolution machte der Plantage ein Ende. Wie wohl unser Ticketverkäufer, der schwarz und damit Nachfahre dieser Sklaven ist, sich dabei fühlt, hier zu arbeiten?

Wir fahren weiter, wieder durch Bananenplantagen, Palmen, Zuckerrohr, Zuckerrohr, so weit das Auge reicht, kleine Dörfer. Die Landschaft ist ganz schön, aber das Ah! Und Oh!, das wir bei allen anderen Inseln bisher hatten, fehlt uns hier. Es ist nicht Karibik, dafür ist es zu „kultiviert“, aber auch nicht Frankreich, irgendetwas dazwischen, vielleicht ohne Identität. Hier mischen sich die Hautfarben nicht wirklich, selten sehen wir gemischthäutige Freundescliquen, die Hautfarbe scheint hier auch – viel eher als auf Grenada -, den sozialen Status zu bestimmen.

Morgen fahren wir in den Norden. Der soll umwerfend sein! Und dann, dann endlich werden auch wir ja vielleicht endlich Martinique als „Perle der Karibik“ entdecken!

 

 

 

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