Es ist ja nicht so, dass ich teilnahmslos maulend in der Ecke sitze. Ich versuche, zu entfliehen, wenn ich schon nichts tun kann. Nach Fort de France. Das ist die Hauptstadt Martiniques. Ich habe sie von meinem Besuch vor 12 Jahren nicht in bester Erinnerung, aber ein nettes Cafe unter Bäumen, um dem Treiben auf der Straße zuzuschauen, das wird es ja wohl geben.
Aber wie dahin kommen?
Busse, wird mir in der Tourist-Info versichert, gibt es nicht. Taxis Colectifs, die schon, aber wann und wo die fahren, kann mir kein Mensch sagen. Unweit der Werft steht ein Bushäuschen, da stelle ich mich hin und frage eine andere Wartende – ja, hier geht es nach Fort de France.
Ich warte. 10 Minuten, 20 Minuten. Sehne mich nach Grenada, wo alle 2 Minuten ein Kleinbus kommt, um Passagiere einzuladen, und in die entlegensten Winkel der Insel fährt.
Es ist heiß, die Sonne brennt. Kein Bus kommt. Trampen? Ich fühle mich als Weiße, der Sprache nicht richtig mächtig, und dann noch mit kaputtem Arm, zu verletzlich. Auf Grenada wär auch das kein Problem gewesen.
Nach 40 Minuten, als ich fast aufgeben will, kommt der Bus. 7,40 kostet die Fahrt, das ist für 40 Kilometer völlig okay.
Fort-de-France begeistert mich nicht. Der Savanna-Park, der auf dem Stadtplan verlockend aussah, besteht aus ein paar verlorenen Palmen, mehr nicht. Ein nettes Cafe? Nicht in Sicht.
Immerhin gibt es eine Mall, ein kleines Einkaufszentrum. Endlich wieder shoppen! Ich entdecke unbekannte Seiten an mir. Ich genieße es, durch eine Parfümerie zu schlendern und mich einzusprayen! Bin ich so ein Luxusweibchen geworden?
Dann die Galerie Lafayette! Hübsche Kleider! Aber auf dem Boot völlig überflüssig, ich würde sie mir bei der ersten Fahrt mit dem Dinghi sowieso einsauen mit Öl oder Sikaflex, dem wie Pech klebenden Verbundstoff. Ich seufze und kaufe nichts. Stelle erstaunt fest, wie sehr es mir gefällt, mal wieder zu bummeln. Und ich mich ganz gern mal wieder schöner anziehen würde. Und ich dachte eigentlich, ich sei die Frau für Jeans und T-Shirt…
Wenigstens ein Bier gönne ich mir in einer wirklich netten Bar mit guter Bluesmusik, ein belgisches, sauteuer. Kreuzfahrtschiffspreise, mutmaße ich. Importpreise, korrigiert die Bedienung.
Der Weg zurück ist einfacher. Die Busse warten unweit der großen Boote. Und da unserer mit mir voll ist, fährt, nein, rast er auch gleich los.
So toll war der Ausflug nicht. Aber, ich bin mal rausgekommen!
