St. George’s, Grenada

26.12.2016

Von Hog Island verabschieden wir uns schweren Herzens, hier hätten wir es auch noch länger ausgehalten, – und motoren ums Kap in die Hauptstadt. Von da ist es näher zum nächsten Ziel – Carriacou. Außerdem haben Peter und ich in St. George’s ein sehr nettes karibisches Restaurant gefunden, in das wir die Jungs einladen wollen – es ist immerhin der zweite Weihnachtstag!

In die Bucht vor St. George’s steht ordentlicher Schwell, Wellen also. Das Boot kippelt ganz schön. Wir überlegen, in die Marina zu gehen, aber selbst ich, die ich bei Marinas sofort „Hier“ rufe, weil ich unabhängig vom Dinghi an Land kann, weil es da DUSCHEN gibt! HAAREWASCHEN! – selbst ich bin zu faul, Fender und Taue rauszuholen, um das Boot klar zu machen zum Einlaufen. Schwell sind wir gewohnt, außerdem gehen wir ja eh essen, also bleiben wir vor Anker.

Das Essen ist toll – und die Jungs, nein, so viel Zeit muss sein: Sebastian und Hans- Werner bestehen darauf, Peter und mich einzuladen, auch im Namen von Schwiegermama Luzie. An dieser Stelle nochmal: 1000Dank! Es gibt karibische Tapas, die ihren Namen zu Recht tragen, denn sie werden auf Untertassen serviert. Callalou-Suppe, ein Salat aus grünen Bananen, frittierte Bananen, Kohl in Kokosmilch und derlei Köstlichkeiten mehr, über 20 – sodass sogar Sebastian satt wird. Grandios.

Weniger grandios wird es auf dem Boot. Es schwankt wirklich schauderhaft. Um halb 5 Uhr morgens treffen wir uns alle wie abgesprochen im Salon, kaum einer hat geschlafen – es ist zu nervtötend. Nichts wie weg. Also, Anker auf und wir motoren ins Morgengrauen Grenada entlang, die Strecken, die wir mit dem Auto im Landesinneren gemacht haben, sehen wir nun vom Meer aus. Der Regenwald! Die kleinen Orte! Zauberhaft.

Aber 30 Meilen sind es bis zur nächsten Insel, eine ganz schöne Strecke. Je früher wir da sind, desto besser.

Das Wetter meint es nicht besonders gut mit uns. Auf Grenada hat es oft geregnet, der Wind ist stark, Windstärke 6 – gegen uns natürlich. Den Jungs ist das grade recht, endlich mit den Naturgewalten kämpfen! Mir auch, ich verkrümele mich nämlich wieder ins Bett und finde es ganz prima, nicht mehr kämpfen zu müssen…

Gegen Mittag laufen wir in Tyrell Bay auf Carriacou – die Bucht ist offensichtlich sehr beliebt unter Seglern und ziemlich voll. Ganz nett sieht es aus, kleine bunte Kneipen, viel Wald. Nur das Wasser enttäuscht uns mal wieder. Zwar ist es türkisgrün, wie es sich für die Karibik gehört, aber milchig und lädt nicht grade zum Schwimmen ein, obwohl es über 28 Grad hat! Der Käpt’n ist zunehmend frustriert, so hat er sich die Karibik nicht vorgestellt. Er hat von feinem Sandstrand geträumt! Glasklarem Wasser! Hier gibt es stattdessen eine Rum –Bar neben der anderen, bloß sind wir abends so früh so müde – es wird um 6 Uhr dunkel -, dass wir keine Lust mehr haben, ins Dinghi zu steigen, um einen Absacker zu nehmen. Auch dieses karibische Feeling bleibt uns also versagt – aber es kommen ja noch mehrere Inseln!

 

 

 

 

 

 

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