Etappenziel erreicht

Naja, Fast. Ich rede nicht vom geografischen Endpunkt.

Am tag nach der Canaria-Rundfahrt – gammeln wir! Peter kommt vorbei. Peter lebt seit 15 Jahren auf Gran Canaria, gelernter Bootsbauer, hier – wider Erwarten – hängengeblieben. Wei die Canaren sind, wie sie sind – entspannt. Die Menschen.

Peter erzählt aber auch, wie die Europäisierung, der Druck der EU, das leben auf den Inseln verändert. Canarische Bananen, die kleinen, leckeren, zu exportieren – nicht möglich, EU-Normen. Also werden sie kaum noch angebaut.

Wo früher Zeit für einen Plausch war, ist jetzt Effektivität gefragt. Und die lässt keinen Platz mehr für einen Müßiggang…Sind wir nicht gerade deshalb immer in den Süden gefahren, um dieses entspannte, nicht profit-orientierte Leben zu genießen? Und nun – schaffen wir es ab. Die Welt ist verrückt.

Peter erzählt auch von Kunden, die meinen, Lebenzeit zu verlieren, wenn sie mal länger in der Marina warten müssen. Lebenszeit?`fragt er empört. Die können das alles – er weist auf Berge und Meer – hier gar nicht mehr wahrnehmen! Und haben nur ihr nächstes Ziel im Auge! Die rasen nur von Hafen zu Hafen!

Wir nicken ertappt. Auch wir sind davor nicht gefeit. Und lernen doch so langsam, den Moment zu genießen. Wir kommen nicht weiter? Der Wind ist nicht perfekt? Egal. Wir sind hier, sitzen abends noch in Shorts unter Palmen, lernen immer wieder faszinierende Leute kennen – was für ein Luxus! Wie schade, das nicht mehr zu sehen und zu schätzen.

Genieße den Augenblick! Wenn das ein Ziel der Reise ist – dann sind wir ihm ein Stückchen näher gekommen.

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