..sind wir ja nicht da. Gute 20 Meilen – pah. Von wegen. Es wird Nacht, bis wir die Passage zwischen Lanzarote und La Graciosa passieren, um zur einzigen Ankerbucht zu gelangen, in der man ankern darf. Und das ist mal wieder nicht ohne. Wir navigieren nach Seekarte (altmodisch-Papier!) und dem Plotter oben, auf dem großen, gut lesbaren unter Deck haben wir leider keine.
Nun müssen wir uns also im Stockfinsteren zurecht finden, der Mond hält sich noch immer bedeckt. Wohin gehören die Lichter? Wieso sind da welche? Ich dachte, die Insel ist unbewohnt? Und auf Lanzarote? Oder sind das Fischer? Es ist aber verdammt eng zwischen den Inseln…passen wir da überhaupt durch? Untiefen, Vorsicht! Und dergleichen Fallstricke mehr. Endlich haben wir die engste Stelle unfallfrei geschafft. Das da müsste die Ankerbucht sein! So viele Boote?! Oh je, haben wir da noch Platz? Ganz am Ende…Ich nehme meine Ankerposition ein, lass den Anker schon mal etwas ab, beziehungsweise, versuche es – nichts. Der Anker rührt sich nicht. Ich werde leicht panisch. Wenig Platz zum Manövrieren auf unbekanntem Feld, oh nein. Peeeeter!!!!!
Der Käptn kommt. Nein, die Ankerwinsch ist zum Glück nicht kaputt, aber wir hatten ja die Ankerkette kürzen (wir erinnern uns: Lochfrass, in einer Edelstahlkette!!!) und infolgedessen die 10-Meter-Schritte neu markieren müssen, dabei haben wir die Kette am falschen Ende aufgewickelt. Will heißen: Die ganze schwere Kette liegt auf den ersten 10 Metern! Kein Wunder, dass der Anker sich nicht rührt. Peter wuchtet also die Kette um, und Meter für Meter fällt sie dann mühsam doch. Und hält auch noch! Es ist 23:30 Uhr. Wir sind glücklich. Und trinken endlich wieder –auf der Überfahrt verkneifen wir uns Alkohol -, Rotwein.
