Wie immer checken wir nach dem Frühstück als erstes das Wetter. Da wir ja hier kein Telefonnetz, geschweige denn Internethaben, per Navtex, das immer an Bord läuft, und auf dem Küstenfunkstellen Wettervorhersagen durchgeben.
Was wir lesen, erfreut uns nicht. „Galewarning“ , Sturmwarnung also, für Madeira, Casablanca, Agadir. Och nein. Und dann noch von vorn – das wird richtig ungemütlich! Wir sind 45 Meilen vom nächsten möglichen Hafen, Hammadia, entfernt, eine Tagesreise. Das nützt nichts mehr. Also Augen auf und durch…
Aber beim Wettercheck in Gibraltar war davon nichts zu sehen. Hat sich die Situation so schnell geändert?
Da fällt uns die „Wetterwelt“ ein, die Wetterdaten als GRIB-files aufs Iridium verschickt. Und da unseres ja nun – Armin sei Dank -, funktioniert, senden wir eine Anfrage.
Stundenlang kommt nichts, nachdem die nächste Wetterstation auf NAVTEX die gleiche Warnung ausspricht, bereiten wir uns innerlich auf eine wenig schöne Nacht vor.
Kaum zu glauben, dass es so kacheln soll. Die See ist spiegelglatt. Unwirklich. Diesig das Wetter, Saharastaub am Horizont. Wieder könnte man meinen, wir seien allein auf der Welt – um uns herum – nichts. Das AIS lehrt uns anderes, da sind wenig weiter draußen Frachter, Kreuzfahrtschiffe, Segler unterwegs – davon spüren wir nichts.
Stattdessen werden wir zur Vogelrettungsstation. Immer mehr kleine gefiederte Freunde ruhen sich bei uns aus, im Wasser sehen wir Schildkröten – es ist paradiesisch.
Wenn nur der drohende Sturm nicht wäre…
Um halb fünf endlich – die Wetterwelt – Email. Von Sturm – keine Spur auf unserer Route. Weit draußen und über Land ja, bei uns ist Flaute angesagt. Mir fällt ein Felsbrocken vom Herzen. Peter ist sich allerdings nicht so sicher, ob er nicht Windstärke 8 dem „schon wieder motoren“ vorziehen würde…
