kommen wir von Sizilien los. Es wird schon dunkel, als wir die Insel hinter uns lassen.
Der Wind ist schwächer als angesagt. Wir motoren also. Aber: Keine hohen Wellen dagegen, sehr angenehm. Wir lehnen uns an die Fender, die wie Sitzkissen an der Reling aufgereiht sind, gucken in die Sterne und finden das Leben schön.
Und der Motor läuft und läuft und…Wir schauen ab und an nach entgegenkommenden Schiffen, Peter in den Motorraum…
Houston, wir haben ein Problem!
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Beim Installieren des neuen Dieselfilters (Ignazio, Trapani!) ist Luft in selbigen gekommen, wahrscheinlich durch die Schlauchverbindung. Luft in der Zuleitung zum Motor, das kann sozusagen zum Schlaganfall führen. Und zum Absterben – des Motors.
Was nicht fatal sein muss. Man kann den Motor wieder entlüften und zum Laufen bringen. Doch meistens passiert so etwas nicht bei Sonne und ruhigem Wetter. Sondern bei ruppigen Wellen, nachts, und kurz vor Klippen, auf die man dann gespült zu werden droht.
Vorbei ist es bei mir mit der Entspannung. Ich vermute bei jedem neuen Geräusch den Gau. Peter ist da zuversichtlicher. Zumal die Luftblase nicht größer wird und erstmal bleibt, wo sie ist. Und so langsam gewöhne auch ich mich daran, dass der Motor läuft. Ohne Probleme.
Am folgenden Tag auch noch. Wir lesen, kochen, essen, lesen, essen, gucken Löcher in die Luft ….Wie schön. Und dann auch noch: Delphine! Endlich! Peter trommelt an die Bordwand, das gefällt ihnen anscheinend, sie kommen immer wieder zurück zu uns.
Am Nachmittag dreht der Wind und kommt von hinten, etwas stärker. Wir versuchen, den Parasailor zu setzen . Ein extra für von achterlich kommende leichte Winde geschnittenes Segel aus extra leichtem Material. Segeln! Der Parasailor steht etwa 15 Minuten, dann müssen wir ihn ganz schnell wieder einholen. Am Horizont: Regen – und Gewitterwolken. Und was für welche…
Wir besinnen uns auf den Radar. Der zeigt nicht nur andere Schiffe an, sondern auch Regenwolken. Und wir schaffen es, die Unwetter zu umfahren! Ha! Wir sind stolz.
Bis zum Abend. Da blitzt es fast überall um uns herum. Ohne Regen. Und diese Wolken erkennt der Radar leider nicht. Was für eine Stimmung! Über uns sternenklarer Himmel mit der Milchstrasse, vor uns Gewitternester, Schwefelblitze. Und Wolken in den düstersten Formationen…
Wer das Meer und den Himmel so erlebt, versteht, dass auf dem Meer die toten Seelen der Piraten, Geisterschiffe lauern! Glauben wir sofort. Die weiße Wand, die uns entgegenwabert – Land kann es noch nicht sein. Nebel? Zu niedrig. Geister! Seeungeheuer..! Naja, heute mal nicht. Glück gehabt.
Traumhaft, schön, schaurig, beängstigend– in der Nacht haben wir alles auf einmal. Können und wollen nicht schlafen, weil es so aufregend ist. Und kommen zum Glück heile in den nächsten Morgen und in Sardinien an…

