Trapani ist die westlichste Stadt Siziliens, sie lebt vor allem vom Fisch- besonders Thunfischfang – und vom Salz! Wir besuchen eine Saline, die auch noch Museum ist. Ein tolles System der Salzgewinnung, das Meerwasser in verschiedenen Becken verdunsten zu lassen und das Salz zu sammeln. Wir nehmen welches mit – absolut natürlich, keine Trennmittel und anderen Mist – und freuen uns über Flamingos und Kraniche, die in der Salinenlandschaft heimisch geworden sind.
Auf dem Weg ins historische Zentrum der Stadt kommen wir an einer Schrauberwerkstatt vorbei und bremsen mit quietschenden Reifen – die reparieren Volvomotoren! Fast so alte wie unseren. Dessen Alter Ignazio, der Mechaniker, aber dann doch nicht ganz glauben kann. 38 Jahre? Und die Ersatzteile? Jaja, die sind eben das Problem. Zum Beispiel Filter…Kann Ignazio beschaffen, aus Marsala. Heute abend um 6, okay? Okay. Ein Glücksgriff!
Bis dahin machen wir die Stadt unsicher. Zunächst natürlich den Hafen. Angesichts der Masse an Fischerbooten und der angrenzenden Fisch- Verarbeitsungshallen verwundert die Überfischung des Mittelmeeres überhaupt nicht. Aber für die meisten ist es wohl die einzige Arbeitsmöglichkeit, die Arbeitslosigkeit in Sizilien ist hoch. Da kann der Naturschutz nicht konkurrieren…
Der Yachthafen ist schlicht erschütternd schlecht. Wir hatten überlegt, nach Trapani umzulegen, bereuen aber keine Sekunde, lieber dem Mordsschwell in Castellamare ausgesetzt zu sein, als in dem Siff von Trapani liegen zu müssen. Es wäre eine gute zusätzliche Einnahmequelle, Segelbooten gute, günstige (!) Liegeplätze und einen guten Bootsservice zu bieten. Doch das fehlt hier komplett. Liegelätze sind sehr teuer und bieten gar nichts. Wir klappern jeden Laden ab, der auch nur annähernd nach Bootszubehör aussieht, um eine Verbindung für Raymarine-Instrumente zu bekommen. Raymarine gibt es ohne jegliche Probleme in der Türkei, in Griechenland, in anscheinend jedem anderen Land der Welt, nur in Italien nicht. Keine Chance.
Aber Eis machen, das können sie. Wovon wir uns in der Altstadt mal wieder überzeugen.Die ist schön, keine Frage. Aber nochmal würden wir nach Trapani wohl nicht fahren…
Es sei denn zu Ignazio. Der hat mittlerweile die Filter besorgt und hört sich an, was wir noch so vorhaben mit unserem Boot. Kopfschüttelnd. Ob wir denn genug andere Filter hätten? Naja, jetzt schon, die von ihm besorgten am Wasserabscheider. Der, erklärt Ignazio entschieden, filtert das Wasser. Aber nicht den Dreck aus dem Diesel. Ohne weiteren Filter zwischen Wasserabscheider und Motor werden wir nie in die Karibik kommen!
Einem Mann mit so einer Werkstatt glauben wir alles. Und das sofort. Es klingt auch einleuchtend. Und so ziehen wir mit fünf weiteren kleinen Filtern und Ignazios Adresse von dannen…

