Familientreffen

Wir wollen gerade ablegen, ich hole den Anker auf, als Peter ruft: Stopp!!! Oh, was ist passiert? Ankersalat? Mist gebaut??? Ganz im Gegenteil. Am Kai stehen zwei nette Menschen, die Interesse an unserem Boot zeigen – weil sie nämlich das gleiche haben!

Dazu muss man wissen, dass von unserer Vindö 90 exakt 19 Boote gebaut wurden. Danach war die Werft pleite. Eins dieser 19 Schwesterboote treffen wir also ausgerechnet in Griechenland! Sehr nett sind sie, die Einer – wie kann es auch anders sein – , und wir vergleichen Macken und Reparaturen. Und sind uns einig – trotz allem (immerhin ist das Bötchen 38 Jahre alt) würden wir nie ein anderes wollen!

Dann legen wir aber wirklich ab, suchen den Wind und finden ihn bis auf die letzte Stunde nicht und suchen Unterschlupf in Kap Andreas. Leider schon voll. Die Bucht ist winzig, was auf unserem Törnführer nicht so klar ersichtlich war, und wir suchen zwischen Fischerbooten und drei Jachten Platz. ein freundlicher Ami auf einer Jacht weißt uns darauf hin, dass wir lieber weiter an den Rand gehen sollen, die Fähre! Da kommt auch schon der Bucht-Sheriff angeritten, sprich auf seinem Motorboot angerast, nicht der Hafenmeister, nein die Hafenpolizei persönlich, deutlich erkennbar an der dicken Pistole an seiner Seite. Falls man nicht folgt, wahrscheinlich….Angesichts dessen machen wir schleunigst kehrt und auch der Ami holt eilig seine Ankerkette hoch, da steht das Ungetüm von Fähre auch schon vor der Bucht. Nichts wie weg aus diesem Mauseloch! Bloss wohin? Der Törnführer ist äußerst mager, also suchen wir selbst an der Küste. Messen die Tiefe, lasen den Anker fallen, holen ihn wieder auf, weil er nicht hält…aber endlich doch. Ein nettes Plätzchen mit Blick wie n der Toscana – auf Zypressen, Wald, Villen…Nicht schlecht. Das Wasser ist auch sauber, es ist ruhig – was wollen wir mehr…

 

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