29.7.2017
…ist Samstags Markt. Wir nehmen die Fähre, die demnächst auseinanderzufallen droht, und bummeln.
Der Fischmarkt ist gigantisch, wer soll das bloß alles essen?
Obst und Gemüse sehen verlockend aus, kommen aus der Region, nicht aus Treibhäusern, und wandert in unseren Korb.
Deutsche Zeitungen gibt es auch. Ich kaufe endlich mal wieder die „Zeit“, und fühle mich ein Stück dem früheren Alltag in Baden-Baden näher. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob ich das mag…
Olhao soll die älteste maurische Stadt in Portugal sein. Wir suchen nach architektonischen Anzeichen, jedoch vergebens. Überhaupt ist es eine Stadt, die erst auf den zweiten Blick gefällt. Nicht herausgeputzt, normal, gelebt. Eine kleine Allee, eine kleine Fußgängerzone, ein paar liebevoll gestaltete Plätze. Wir verbringen doch mehr Zeit dort, als wir wollten, nehmen erst die nächste Fähre zurück – unser ach so frisches Gemüse ist derweil verwelkt!
Heiß ist es, wir erholen uns, wie sich das gehört, am Strand. Diesmal fahren wir mit dem Dinghi nach Farroll, unterhalb des Leuchtturms. Blöderweise vergessen wir unseren Dinghianker, der aber absolut notwendig ist, denn das Meer steigt schnell! Wir fragen Fischer, ob wir bei ihnen festmachen können, ja, aber sicher, kein Problem, wo immer wir wollen. Das ist Portugal, so haben wir es immer wieder erlebt: Sehr freundlich, hilfsbereit, unkompliziert.
Der Strand unterhalb des Leuchtturms ist womöglich noch voller als der vorherige, dennoch: schön. Etwas geschützter, auch er: weiß, pudrig, sauber. Das Meer ein Traum, ich will gar nicht mehr raus, wer weiß, wann wir nochmal im Atlantik baden können.
Wir trösten uns über den Abschied in der nahegelegenen Kneipe, die sich ein exotisches Flair gibt und – Painkiller auf der Karte hat. Peters Leib- und Magengetränk in der Karibik. Er bestellt sofort, die Bedienung kann es gar nicht glauben – den will sonst niemand!
Es dauert dann auch ziemlich lange, bis er serviert wird, und schmeckt…naja. nicht nach Karibik.
Aber die junge Bedienung ist nett, sie studiert, stellt sich heraus, in Zürich Neurowissenschaften! Das müssen wir doch unterstützen, das Trinkgeld fällt etwas üppiger aus.
Viele Portugiesen verlassen ihr Land und suchen anderswo Arbeit. Auf Culatra aber, haben und Barbara und Hageh erzählt, bleiben sie. Werden Fischer oder arbeiten in der Tourismusbranche, die zwar wächst, aber doch nur drei Monate im Jahr Gewinn bringt. Es scheint den Menschen hier zu genügen.

