Portugal, Baleeira, 24-7.2017
Wir legen ab, holen den Anker auf. Ich bin ja mal gespannt. Er hielt gestern so schnell, dass er vermutlich zwischen Felsen geraten ist. Ein Blick in den Törnführer verrät: Der Ankergrund hier ist faul, eine Trippleine, mit der man den Anker dann hochholen kann, sei ratsam. Lesen bildet, vor allem, wenn man es rechtzeitig tut…
Ich bin am Steuer, Peter holt den Anker auf, signalisiert in der Tat nach kurzer Zeit wild „Stopp!“ und kommt ins Cockpit gelaufen. Aha. Also doch den örtlichen Tauchclub verständigen, der uns befreien kann. Mein Mann lächelt geheimnisvoll, holt die Kamera und saust wieder ab. Huch?
Peter kommt zurück und erklärt: Leine gefangen! Grinst und zeigt mir das Foto: Eine Reuse, die sich wohl losgerissen hatte, mit einem riesigen Tintenfisch! (siehe Foto).
Den lassen wir leben. Der Anker ist auch frei!
Wir verlassen die Bucht. Es kachelt. Um die 30 Knoten (für Nichtsegler: Das ist ziemlich viel, fast Sturmstärke.) Wir segeln nur mit der Fock, haben auch die gerefft, und machen um die 6 Knoten Fahrt. Die Wellen sind niedrig, bremsen kaum, es ist ein schönes Segeln. Und doch fehlen uns die wilden Wellen….
Die Küste wird immer schöner. Wilde Felsformationen, dazwischen kleine Strände. Wir sind immer angetaner. Unser Ziel ist Lagos, eigentlich wollen wir in die Marina, aber kurz davor an der Küste kann man auch ankern. Und das tun wir dann auch. Die Felsen im Blick, die Stadt, rund um die weite Bucht ein schier endloser Sandstrand, Lichter. Es ist schön hier, einer der schönstem Ankerplätze, die wir bisher hatten. Kleiner Schönheitsfehler: der starke Wind. Und die Kälte, die er bringt. Das Wasser hat hier 20 Grad, ist aber deutlich zu kalt, um es zu genießen. Dennoch – wir bleiben!

