Terceira
Azoren, 7.-11.7.2017
Wir hätten noch lange in Velas bleiben können, es ist so freundlich hier, so entspannt – aber ein österreichischer Segler warnt, dass das Wetter umschlägt und der Wind demnächst von vorn kommt. Also ziehen wir jetzt schon weiter, auf die nächste Insel, ein Schrittchen weiter gen Heimat. Schade. Freitag Abend wäre Ana Maura, eine bekannte Fado-Sängerin, in Velas aufgetreten, die hätte ich gern gehört. Aber das Wetter hat wie immer Vorrang.
52 Meilen. 10 Stunden. Leider wieder keine Wale. Dafür jede Menge putziger Delphine.
Kurz vor der Marina von Terceira funke ich sie an– nichts. Auf allen Kanälen – Funkstille. Na super. Dann eben nicht. Auf gut Glück wollen wir nicht einfahren, die Marina ist zwar größer als die in Velas (was kein Kunststück ist) , aber auch sehr klein. Also doch ankern. Dinghi auspacken, aufblasen. Und genießen. Ist das schön, wieder auf dem Meer zu schaukeln und direkt vom Boot ins Wasser zu können.
„Sie drängte ihn, in unheimlich grüne Seen oder die graue Nordsee zu steigen. Es sei ein anderes Element, sagt sie oft…(Sie wollte) in ein anderes Element eintauchen, täglich aufs Neue. Jeden Tag zu etwas Besonderem zu machen…“
Genau so, wie Ian McEwan es in „Saturday“ beschreibt (sorry für den Ausflug ins Literarische, aber ich habs grade gelesen, ein großartiges Buch), ist es. Mit dem Schwimmen im Meer am Morgen, möglichst noch vor dem Frühstück, wird der Tag zu etwas Besonderem. Auch –oder grade- wenn das Wasser mal grade 21 Grad hat.
Und dann noch vor dieser Kulisse. Angra do Heroismo heißt die Hauptstadt Terceiras, vor der wir liegen. Wir hatten bis dato weder von der Insel noch von der Stadt je gehört. Dabei ist Angra Weltkulturerbe! Wir, kleines Bötchen, vor großer Kultur!

