Die große Parade

soll in Pointe-a-Pitre, der Hauptstadt Guadaloupes, heute, am Sonntag (26.2.2017) stattfinden. Ab 11 Uhr, es empfehle sich aber dringend, rät uns eine Passantin, früher da zu sein. Immerhin werden 120.000 Besucher erwartet!

Das mit dem früher-Dasein klappt schonmal nicht, wir kämpfen einmal mehr mit der Kommunikationstechnik. Am Tag zuvor haben wir die gesamte Hauptstadt abgeklappert, um endlich einen Laden zu finden, der SIM-Karten verkauft. Internet haben wir damit wenigstens. Aber kein Telefonnetz! Es ist nicht zu glauben, wir haben auf den ärmsten Inseln der Karibik telefonieren können, hier, auf Guadaloupe, in Frankreich!- geht nichts. Wir müssen aber dringend eine Überweisung tätigen und brauchen per SMS die PIN…Hoffnungslos.

Dann mit dem TAN-Generator. Den hat, müssen wir feststellen, offensichtlich die Welle, die auch unsere Teekanne auf dem Gewissen hat, geschrottet. Funktioniert nicht mehr, die Kontakte sind korrodiert. Irgendwo in den Untiefen des Kartentischs findet Peter noch einen zweiten für eine andere Bank, und dann endlich, endlich scheint es geklappt zu haben.

Wir galoppieren zur Bushaltestelle. Die Stadt bietet einen kostenlosen Shuttle zum Carnaval an. Nochmal zum Mitschreiben, liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte: KOSTENLOS! SHUTTLE! Klappt super.

Um halb 12 sind wir in Pointe-a-Pitre und erwarten, eine Parade aus phantastischen Kostümen, Steelbands, Reggae, Samba an uns vorbeimarschieren zu sehen. Wir sehen und hören – nichts. Endlose Reihen von Zuschauern, die es sich auf ihren Stühlchen am Bürgersteig bequem gemacht haben, mitgebrachtes Essen in sich hineinschaufeln, Kinder, die schlafen. Stimmung geht anders.

„Das Fernsehen macht alles kaputt“, bringt Peter es auf den Punkt. Das nämlich überträgt auch in Guadaloupe den Carnaval und hat damit wie anderswo auch das Zepter in der Hand. Die Gruppierungen müssen sich an einem Punkt aufstellen, von wo aus sie gefilmt und kommentiert werden, dann laufen sie los, und erst nach einer Weile kommen die nächsten. Ein reines Showlaufen. Tötet garantiert jede Stimmung. Gute Laune kommt gar nicht erst auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert