Guadaloupe, Ilet de Gosier
24.2.2017
Wir legen ab, mit Bedauern. Marie Galante war sehr, sehr schön! Aber uns drängt der Karneval. Ja, ihr habt richtig gelesen. Wir richten unseren Zeitplan der nächsten Tage nach den Carnaval-Highlights! Guadaloupe soll den außergewöhnlichsten Karneval in der Karibik haben. Da müssen wir, Experten (vor allem ich Nordlicht), natürlich dabei sein.
Wir steuern die Ilet du Gosier an. „Beauuuutiful“, haben die Amerikaner geschwärmt, soll es da sein. Dort sind wir auch nicht mehr weit von der Hauptstadt Point-a-Pitre entfernt, und da soll es karnevalsmäßig richtig abgehen.
„Beauuutiful“? Naja…Jeder Zentimeter Gosiers ist bebaut, überschattet wird der Ort noch von einem Glockenturm aus ca. den 70ern. Wie ein Karibik-Alibi liegt die kleine Insel Ilets selbst vor uns mit Strand und Palmen. Und Motorjets. ..
So richtig lauschig und beautiful finden wir es eigentlich nicht. Aber man soll ja jedem eine zweite Chance geben.
Deshalb steigen wir ins Dinghi. Und siehe da: Die kleine Insel ist richtig nett, die Jets regen sich weiter weg ab, hier ist Familienplanschen angesagt. Umgeben ist die Ilet de Gosier von einem Riff. Dahin wollen wir. Zum Schwimmen zu weit, also mit dem Beiboot. (Am nächsten Morgen werden wir eine Parade von Schwimmern an unserem Boot vorbeiziehen sehen, die vom Strand aus an die Riffs krault. Darunter Frauen, die munter miteinander plaudern mal so eben zwei Kilometer schwimmend zurücklegen. Respekt!)
Für mich ist das die Feuerprobe. Komme ich wieder mit eineinhalb Armen ins Dinghi? Ich plumpse ja schon mit beiden gesunden wie ein Mehlsack wieder hinein…
Wir springen mutig vom Boot ins Wasser – und sehen außer Seeigeln nichts. Das Riff ist noch etwas entfernt, bis wir da sind, hätten wir alle Seeigel im Bauchbereich eingesammelt. Glauben wir. Und schwimmen zurück. Ich schaffe es! Peter hat mir aus einem Strick eine Leiter gebaut, und so gelange ich relativ schad- und schmerzlos wieder an Bord. Das lässt hoffen!
Dann erkunden wir Gosier. Und siehe da – es ist richtig nett! Den Glockenturm ziert am Sockel ein Mural, ein Wandgemälde, von Kreolinnen mit typischer Huttracht. Und schon ist der Glockenturm gar nicht mehr so hässlich.
Wir sind versöhnt mit Le Gosier! Es ist schon „beautiful“ ! Irgendwie…

