{"id":903,"date":"2017-01-31T00:46:12","date_gmt":"2017-01-30T22:46:12","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=903"},"modified":"2017-01-31T00:46:12","modified_gmt":"2017-01-30T22:46:12","slug":"ein-auto-ein-auto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=903","title":{"rendered":"Ein Auto, ein Auto!"},"content":{"rendered":"<p>Le Marins, 28.1.2017<\/p>\n<p>Wir haben ein Auto gemietet. Das ist wahrlich Grund zum Jubeln, denn zum einen kommen wir an diesem Wochenende weg von Werft und Hitze, zum andern ist es wie ein Sechser im Lotto, denn es gab eigentlich keine Mietwagen mehr. Avis: Bis Anfang Februar. Europacar: Mitte Februar. Jumbocar: keine Autos verf\u00fcgbar. Jeden Morgen zwischen 9 und 10 anrufen, dann vielleicht&#8230;!!! Die Anrufe ergaben gar nichts und ich sah uns schon wieder in der Ein\u00f6de versauern. \u00dcber&#8217;s Internet fand ich\u00a0dann schlie\u00dflich, oh Wunder, eines \u00fcber Jumbocar, die angeblich keines mehr hatten. Bedingung: den voucher ausdrucken. Den hatte ich zum einen an Peter schicken lassen, der hier kein Internet bekommt und Emails folglich nicht \u00f6ffnen kann. Anruf beim Vermieter in Deutschland. Kein Problem, Mail wird an mich geschickt. Und ich (haha, mein mac!) komme ins Netz. Aber wie drucken? Wir ziehen den voucher auf einen Stick und fahren mit dem Dinghi in dir \u201eStadt\u201c sprich: Marina, wo ich mich an ein Internetcafe erinnere. Das dummerweise gerade schlie\u00dft&#8230;.Zur\u00fcck in der Werft frage ich in der S\u00e4uferbretterbude, desolee, sagt die Dame hinter dem Tresen \u2013 die unheimlich nett ist -, nur ihr Mann beherrscht den Computer (oder: herrscht \u00fcber den Computer?). Morgen ab 8, bestimmt. Na dann&#8230;hoffen wir mal.<\/p>\n<p>Ich schreibe das so ausf\u00fchrlich, weil man sich in Deutschland nicht vorstellen kann, wie lange es dauert, f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndliche Dinge zu erledigen.<\/p>\n<p>Der Herrscher \u00fcber den Computer druckt mir den Voucher dann auch wirklich aus, ist sehr, sehr hilfsbereit&#8230;und verlangt nur 20 cent daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Wir eilen mit dem Dinghi zu Jumbocar. Wenn man zu sp\u00e4t kommt, kann die Bestellung gecancelt werden! Bloss nicht. Vor uns warten vier Ungl\u00fcckliche, die auch dringend ein Auto brauchen, weil sie zum Flughafen wollen \u2013 einen shuttle oder Bus gibt es leider nicht. Der deutsche Segler vor uns war clever und hat einen Wagen vor Wochen telefonisch bestellt. Nochmal nachgefragt \u2013 alles klar, wurde ihm versichert. Jetzt ist die Reservierung nicht mehr auffindbar&#8230;Am Ende bekommt er ein Auto f\u00fcr satte 200 Euro. Am Tag!<\/p>\n<p>Aber &#8211; oh nochmal Wunder \u2013 unser Auto ist da!<\/p>\n<p>Wir brauchen es dringend, nicht nur, um der Ein\u00f6de zu entkommen, sondern auch, um endlich meine Krankenhausrechnung zu bezahlen. Wir waren damals abgehauen, weil die letzte Unterschrift unter der Rechnung fehlte und wir nicht nochmal drei Stunden warten wollten.<\/p>\n<p>Das ist l\u00e4nger als zwei Wochen her und ich sah bereits Rechnungen, Mahnungen in Ebersteinburg eintrudeln, die, unge\u00f6ffnet, mehr Mahnungen nach sich z\u00f6gen und schlie\u00dflich zu internationalen Verwicklungen f\u00fchrten. Ausreiseverbot! Keine Einreise mehr! So was \u00e4hnliches.<\/p>\n<p>Der erste Weg also f\u00fchrt wieder ins Krankenhaus. Bezahlen? Am Wochenende ist die Kasse geschlossen! Gibt uns uns eine energische Dame an einem Schalter Bescheid. Die sich dann allerdings erbarmt und meint, in der Ambulanz sei das vielleicht anders. Und uns ins Tiefgeschoss schickt.<\/p>\n<p>Ein Alptraum. Kahle W\u00e4nde, leere Flure, niemand da, abgerissene Riegipsplatten \u2013 super Kulisse f\u00fcr jeden Krimi. Ein Labyrinth ohne Happyend.<\/p>\n<p>Peter mit seinem sensationellen Orientierungssinn entdeckt dann den Weg nach drau\u00dfen und die Notaufnahme. Da nimmt sich eine sehr freundliche, bildh\u00fcbsche (auf Martinique soll es die h\u00fcbschesten Frauen der Karibik geben) Dame unserer an, telefoniert, telefoniert, telefoniert, eine halbe Stunde lang, warnt uns, wir m\u00fcssten bar bezahlen! Ich nicke beklommen, uns war von Summen in H\u00f6he 12.000 Euro berichtet worden. Dann endlich \u2013 die Rechnung. Ich atme tief durch und wage einen Blick.<\/p>\n<p>25,30 Euro!<\/p>\n<p>Ich kann es kaum glauben. Das kratzen wir grade noch bar zusammen. Die Dame entschuldigt sich tausendmal, dass wir so lange warten mussten \u2013 ach, \u00fcberhaupt kein Problem! Es ist erledigt! Ich bin frei!<\/p>\n<p>Erleichtert erkunden wir Martinique. Fahren durch Bananenfelder, nein \u2013 w\u00e4lder! Durch Zuckerrohrplantagen. Zucker, die Haupteinnahmequell der Insel, bis in Europa die Zuckerr\u00fcbe entdeckt wurde. Damit brach der Markt zusammen.<\/p>\n<p>Geblieben aber ist ein anderes Zuckerrohrprodukt:\u00a0Rhum!<\/p>\n<p>Wir besichtigen die \u00e4lteste Destillerie, Saint James. Von M\u00f6nchen gegr\u00fcndet, zu einem Gro\u00dfexporteur gewachsen, bis der Vulkanausbruch 1902 den Gro\u00dfteil der Plantagen vernichtete.<\/p>\n<p>Das Destillieren wurde aber bereits im Mittelalter in Mesopotamien entwickelt, um so Parfum zu gewinnen. Und von den Arabern weiter entwickelt, um Lidschatten und Kajal &#8211; Kohlestifte &#8211; daraus zu produzieren! Daher der Name: al-kohol! Wieder was gelernt. Reisen bildet!<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Gegenwart: Dank ausw\u00e4rtiger Hilfe kam die Produktion von Saint James wieder auf die Beine, Cointreau hatte zwischendurch auch seine Finger drin, mittlerweile geh\u00f6rt Saint James einem undurchsichtigen Konsortium.<\/p>\n<p>Aber der Rum ist gut! Wir probieren uns durch und stocken unsere Vorr\u00e4te auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Le Marins, 28.1.2017 Wir haben ein Auto gemietet. Das ist wahrlich Grund zum Jubeln, denn zum einen kommen wir an diesem Wochenende weg von Werft und Hitze, zum andern ist es wie ein Sechser im Lotto, denn es gab eigentlich keine Mietwagen mehr. Avis: Bis Anfang Februar. Europacar: Mitte Februar. Jumbocar: keine Autos verf\u00fcgbar. 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