{"id":671,"date":"2016-11-10T19:21:31","date_gmt":"2016-11-10T17:21:31","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=671"},"modified":"2016-11-10T19:21:31","modified_gmt":"2016-11-10T17:21:31","slug":"atlantik-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=671","title":{"rendered":"Atlantik Teil II"},"content":{"rendered":"<p>Wir kommen sp\u00e4t los von Puerto Rubicon. Peter und Armin frickeln noch etwas an Plotter und Laptop, die Marina l\u00e4utet schon an und fragt, ob wir immer noch da sind? Da legen wir endlich ab.<\/p>\n<p>Die ersten zwei Stunden sind Segeln zum Angew\u00f6hnen. Die D\u00fcse zwischen den Inseln. Kleine, kabbelige Wellen aus allen Richtungen, wie sie das Mittelmeer nicht schlimmer produzieren kann, die uns von einer auf die andere Seite werfen. Und das soll das Atlantikfeeling sein, die langen Wellen, die das Boot tragen, das Surfen, von dem Segler mit leuchtenden Augen erz\u00e4hlen? Ich will wieder Golf spielen gehen. Selbst Peter, mein Fels (sic!) in der Brandung, findet es furchtbar. Wir stellen uns auf Durchhalten ein \u2013 so um die 20 Stunden. Keine sch\u00f6ne Vorstellung.<\/p>\n<p>Dann aber haben die Wellen ihren Rhythmus gefunden. Noch immer kommen sie zwar von der anderen Seite als der Wind, aber beide beharken sich nicht mehr. Es wird richtig sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Eine Zeitlang. Dann besinnt sich eine alte D\u00fcnung wieder, mitzubestimmen. Und funkt den sch\u00f6nen, harmonischen NE-Wellen dazwischen. Wir werden\u00a0hoch und runter getragen \u2013 dann \u00a0brutal von rechts nach links geworfen, nochmal, etwas st\u00e4rker, dann nochmal so stark, dass jede Relingseite Wasserber\u00fchrung hat. Es ist nicht sch\u00f6n! Der Wind ist auch nicht zu verachten, 28 Knoten haben wir zwischendurch, das ist Windst\u00e4rke 7&#8230;.da gibt es, wenn der Wind von vorn kommt, Sturmwarnung. Von hinten ist das durchaus ertr\u00e4glich, w\u00e4ren nur die alten Wellen nicht&#8230;<\/p>\n<p>An Essen ist dabei nicht zu denken. Ich hatte eine wunderbare Tomatenso\u00dfe vorgekocht, aber bei dem Seegang Spaghetti ins kochende Wasser zu werfen&#8230;nee, lieber nicht. Wir haben Pasta, Reis etc. f\u00fcr f\u00fcnf Wochen an Bord. Wahrscheinlich ern\u00e4hren wir uns nur noch von Mars&#8230;<\/p>\n<p>Falls wir \u00fcberhaupt noch in die Karibik gehen&#8230;Wir beide stellen uns unabh\u00e4ngig voneinander die leise Frage: Wollen wir uns das wirklich antun? Wochenlang???<\/p>\n<p>Wie halten wir das durch? Selbst Schlafen ist schwierig. Im Bett rollt man mit den Wellen von einer Seite auf die andere, Sergios Tipp, sich quer zu legen, funktioniert bei mir nicht, weil ich mich wie auf einer Streckbank f\u00fchle. Und dann die Ger\u00e4usche! Der Wind jault in den Wanten, die Wellen schlagen an den Rumpf, der Autopilot unter dem Bett eiert, das B\u00f6tchen \u00e4chzt und st\u00f6hnt wie ein altes Haus. Schafft unsere Hugin das \u00fcberhaupt??? (Na klar, daf\u00fcr ist sie gebaut, und sie ist eine der besten!!!).<\/p>\n<p>Irgendwann wird es dann doch morgen, um 9 Uhr erreichen wir Gran Canaria und ankern. Wundersamer Weise hat jeder von uns eine M\u00fctze Schlaf gefunden. Die\u00a0See rollt immer noch, aber nicht mehr so arg. Das Schlimmste ist schnell vergessen. Und irgendwie war es auch sehr bet\u00f6rend, nachts im Mondlicht die Wellen unter dem Rumpf brechen\u00a0zu sehen und auf ihnen zu treiben.<\/p>\n<p>Wir werden uns daran gew\u00f6hnen. Andere haben es auch geschafft. Und \u2013 irgendwann kommt sie bestimmt, die sanfte Passatd\u00fcnung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir kommen sp\u00e4t los von Puerto Rubicon. 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