{"id":425,"date":"2016-08-30T15:09:30","date_gmt":"2016-08-30T13:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=425"},"modified":"2016-08-30T15:09:30","modified_gmt":"2016-08-30T13:09:30","slug":"kalabrien-per-auto-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=425","title":{"rendered":"Kalabrien per Auto IV"},"content":{"rendered":"<p>Wir ziehen weiter \u00fcber die Berge. Auch in der Kirche von Riace gab es \u00fcbrigens keine \u201eechten\u201c, sonder nur elektrische Kerzen, was dem Eindruck einen ganz kleinen Kratzer verschafft hat. Aber nur einen winzigen&#8230;<\/p>\n<p>Die Landschaft ist immer noch grandios, die D\u00f6rfer arm. Im Norden wirkt die Region etwas reicher, da gibt es etwas Industrie \u2013 und Weinanbau. Der Wein aus Kalabrien ist sehr gut, selbst der einfachste.<\/p>\n<p>Wir wollen den Tag beenden mit einem sch\u00f6nen Abendessen an einem sch\u00f6nen Ort. Unsere \u201eRistorantes\u201c in Roccella, oder jedenfalls die, die ann\u00e4hernd einladend wirken, haben wir alle abgeklappert und wollen nicht schon wieder das einzige Spaghettigericht auf der Karte des Capolinea bestellen, wo wir eh Stammg\u00e4ste sind.<\/p>\n<p>Eine Deutsche, die mit und gewalkt ist, hatte mir eine Spaghetteria in Gioiosa empfohlen, die wir wie durch ein Wunder auch finden, aber sie ist leer, der Platz davor auch \u2013 wir ziehen weiter.<\/p>\n<p>Die Bar an der Hauptpiazza sieht ganz nett aus, aber die haben nur Br\u00f6tchen und schicken uns ins \u201eRicaroka\u201c. Da w\u00e4ren wir allein nie reingegangen, von au\u00dfen sieht es aus wie ein schlecht imitiertes Moulin Rouge, aber wir haben Hunger und keine Alternative.<\/p>\n<p>Innen ist es, nunja, haarscharf am Kitsch vorbei, immerhin spielen sie ganz ordentlichen Jazz und bem\u00fchen sich offensichtlich um Niveau, was sich auch daran zeigt, dass es eine Klobrille gibt. Zwar gebrochen, aber der Versuch ist immerhin sp\u00fcrbar&#8230;<\/p>\n<p>Vor uns sitzt eine sechsk\u00f6pfige amerikanische Familie, die den miesesten Vorurteilen, die man haben kann, alle Ehre macht \u2013 sie sind nicht nur \u00fcbergewichtig, sondern richtig fett, stopfen das Essen in sich hinein und h\u00e4ngen \u00fcber ihren Handys.<\/p>\n<p>Unser Kellner bringt den Wein, und der l\u00e4sst uns alles andere vergessen. Er ist schlicht himmlisch. Gemacht aus der Greca-Traube. Ein Gedicht. Ebenso wie das Oliven\u00f6l.<\/p>\n<p>Die Spaghetti sind auch nicht schlecht, mit Tomaten, Pinienkernen, Sardellen, Rosinen.<\/p>\n<p>Dazu muss man einfach nochmal ein Viertel des wunderbaren Weines bestellen, der dann sehr gro\u00dfz\u00fcgig bemessen auf den Tisch kommt. Kann man den stehen lassen? Auf keinen Fall! Peter gibt zwar zu bedenken, dass er fahren muss, aber leichtfertig tue ich das ab: Wir sind doch in Italien und nicht in der T\u00fcrkei, wo die 0,0 Promille-Grenze gilt! Da hatte Peter mittags ein Glas Bier getrunken und wir waren abends in eine Polizeikontrolle geraten, die noch einen winzigen Rest Alkohol beim Pusten entdeckte und uns fast jede Menge Scherereien gemacht h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p>Nicht betrunken, aber doch bestens gelaunt also fahren wir \u201enach Hause\u201c. Am Ausgang von Gioiosa \u2013 Carabinieri. Die sind zum Gl\u00fcck mit einem anderen armen Teufel besch\u00e4ftigt. Wir atmen auf. 6 Kilometer bis Roccella \u2013 das schaffen wir!<\/p>\n<p>Am Ausgang der Marina \u2013 Carabinieri, die offensichtlich auf G\u00e4ste gewartet haben, die zu gut gegessen und getrunken haben&#8230;Italien ist auch nicht mehr das, was es mal war&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir ziehen weiter \u00fcber die Berge. Auch in der Kirche von Riace gab es \u00fcbrigens keine \u201eechten\u201c, sonder nur elektrische Kerzen, was dem Eindruck einen ganz kleinen Kratzer verschafft hat. 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