{"id":415,"date":"2016-08-30T14:51:44","date_gmt":"2016-08-30T12:51:44","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=415"},"modified":"2016-08-30T14:51:44","modified_gmt":"2016-08-30T12:51:44","slug":"kalabrien-per-auto-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=415","title":{"rendered":"Kalabrien per Auto I"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben uns ein Auto gemietet. Schweineteuer, aber wir m\u00fcssen mal raus.<\/p>\n<p>Der Tag wird etwas \u00fcberschattet \u2013 meine Patentante ist gestorben, und ich w\u00e4re sehr gern nach Deutschland zur Beerdigung geflogen, aber Flugpreise und \u2013zeiten sind aberwitzig. So packt mich ab und an eine gro\u00dfe Traurigkeit, vielleicht ist es gerade gut, im Auto die Landschaft an mir vorbeiziehen und meine Gedanken fliegen zu lassen.<\/p>\n<p>Erste Station ist Locri, von dem alle schw\u00e4rmen \u2013 griechische Skulpturen, Ausgrabungsst\u00e4tten, das Museum! Nur leider hat das Montags geschlossen&#8230;<\/p>\n<p>Wir fahren in die Berge. Und das ist es so sch\u00f6n!\u00a0Gr\u00fcn, saftig, frisch. Als wir nach dem Weg fragen, schaut uns unsere Auskunftgeberin zwar zweifelnd an \u2013 der Weg \u00fcber die Berge zur n\u00e4chsten von Carla empfohlenen Stadt ist kurvig, eng, ger\u00f6llig \u2013 manchmal kaum passierbar! So ist es denn auch, aber wir kommen heil durch eine grandiose Landschaft mit sagenhaften Ausblicken.<\/p>\n<p>Mitten im Nichts \u2013 zwei Verkaufsst\u00e4nde, von M\u00e4nnern geh\u00fctet, mit Oliven, K\u00e4se, Brot, Spezialit\u00e4ten aus der Region. Wir fragen uns, wer hier etwas kauft? Wir haben kein einziges weiteres Auto gesehen. Aber immerhin wir schlagen zu. Oliven\u00f6l? Das hat er leider nicht, im n\u00e4chsten Ort.<\/p>\n<p>Ein verlassenes Nest. Wir suchen das Oliven\u00f6l. Und finden einen kleinen Laden. Vor uns eine Familie, die sich Br\u00f6tchen belegen l\u00e4sst und ausgiebig \u00fcber das wie und was debattiert. Das dauert, wir werden typisch deutsch ungeduldig und l\u00e4stern, als sich die Frau umdreht und auf &#8222;denglisch&#8220; anspricht. Ihr Mann arbeitet in M\u00fcnchen, stellt sich heraus. Sie will im November mit dem Rest der Familie hinterherziehen und hofft auf Arbeit. Es gibt f\u00fcr die Kinder hier keine Zukunft. Wir w\u00fcnschen ihr viel Gl\u00fcck und sch\u00e4men uns f\u00fcr unsere Ungeduld. Und ziehen mit belegten Br\u00f6tchen und zwei Flaschen selbstgepresstem, sehr gutem! wie die Besitzerin verspricht, Oliven\u00f6l ab. Ich glaube es ihr sofort. Die Menschen sind stolz auf ihr Land. Und auf das, was es hergibt.<\/p>\n<p>Nach einem Picknick im k\u00fchlen Wald erreichen wir endlich Gerace \u2013 hochgelobt nicht nur von Carla, sondern von allen, die wir fragten. Vielleicht liegt es daran, dass es irre hei\u00df ist \u2013 aber uns gef\u00e4llt es da nicht so.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte eine Kerze anz\u00fcnden f\u00fcr meine Tante. Ich bin zwar nicht gl\u00e4ubig, aber Kerzen anzuz\u00fcnden f\u00fcr die Menschen, die mir nahestanden und wichtig waren, finde ich\u00a0eine sch\u00f6ne Tradition.<\/p>\n<p>Gerace hat einen bekannten Dom. Doch der hat geschlossen. Von 12:45 bis 15 Uhr. Also harren wir aus, trinken Cafe, laufen durch die Gassen und finden das St\u00e4dtchen immer noch nicht besonders. Um 15 Uhr \u00f6ffnen sich die Pforten der Kathedrale \u2013 ein Museum mit allem Prunk, zu dem die katholische Kirche f\u00e4hig ist, ist ihr angeschlossen, in der Kathedrale selbst dann \u2013 elektrische Kerzen. Per Knopfdruck zu entz\u00fcnden. Neben einem entsetzlich entstellten Jesus. Nein, so dann doch nicht.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben uns ein Auto gemietet. Schweineteuer, aber wir m\u00fcssen mal raus. Der Tag wird etwas \u00fcberschattet \u2013 meine Patentante ist gestorben, und ich w\u00e4re sehr gern nach Deutschland zur Beerdigung geflogen, aber Flugpreise und \u2013zeiten sind aberwitzig. 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