{"id":385,"date":"2016-08-22T11:09:22","date_gmt":"2016-08-22T09:09:22","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=385"},"modified":"2016-08-22T11:09:22","modified_gmt":"2016-08-22T09:09:22","slug":"sonntag-der-21-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=385","title":{"rendered":"Sonntag, der 21.8.,"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;beginnt nicht gerade sonnt\u00e4glich. Vor uns liegt seit neuestem ein anderer Fischkutter \u2013 nicht der, der uns den tollen Fisch geschenkt hat, sondern einer, der sein Boot nicht sauber h\u00e4lt und offensichtlich eine Fischzucht betreibt. Dazu bekommt er Fischmehl geliefert. Es&#8230;stinkt. Bestialisch.<\/p>\n<p>Noch dazu hat in der Nacht jemand seine Notdurft in einer Ecke vor unserem Schiff verrichtet. Mangels \u00f6ffentlicher Toiletten hoffentlich und nicht, um uns die Meinung zu sagen.<\/p>\n<p>Wir liegen also zwischen Pest und Cholera bzw. \u00f6ffentlicher Bed\u00fcrfnisanstalt und Fischzucht&#8230;<\/p>\n<p>Und gehen erstmal Kaffee trinken in unserer (da auch einzigen) Lieblingsbar. Da kriegen wir Internet.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen Fugendichtungsmaterial bestellen. Peter ist ja dabei, das Teakdeck zu verfugen. Die Fugen br\u00f6ckeln, dadurch kommt Wasser unters Holz, zerst\u00f6rt es und gelangt am Ende auch ins Boot. Darum also muss man sich k\u00fcmmern..<\/p>\n<p>Nun ist es dummerweise so, dass es zwei Fugendichtungsmassen gibt \u2013 eine auf Silikonbasis, die andere irgendwie anders. Hat man aber einmal Silikon gebraucht, braucht man es immer, weil die \u00d6le ins Holz dringen und sich nicht mehr mit anderen Dichtungsmitteln vertragen.<\/p>\n<p>Diese, unsere, spezielle Dichtungsmasse gibt es nur bei einem H\u00e4ndler in Deutschland. Und: Sie kann nicht l\u00e4nger als drei Monate gelagert werden, obwohl die Kartuschen fest verschlossen sind. Mitnehmen auf Vorrat geht also nicht.<\/p>\n<p>Dann eben im Internet bestellen und hierher schicken lassen. Ein Weilchen bleiben wir ja wohl noch. Wir f\u00fcllen also Formulare aus, recherchieren, erg\u00e4nzen die gefragten Informationen und brauchen daf\u00fcr fast eine Stunde. Puh. Abschicken! Es erscheint: \u201eSie lassen die Ware ins Ausland schicken. Bitte kontaktieren sie uns telefonisch.\u201c Es ist Sonntag&#8230;<\/p>\n<p>Peter kocht. Eine Stunde f\u00fcr nichts! Er muss dringend etwas tun, sonst platzt er.<\/p>\n<p>Deck oder Holz abschleifen \u2013 geht nicht, zu laut. Es ist Sonntag.<\/p>\n<p>Dann den galvanischen Isolator installieren! In K\u00fcrze verh\u00e4lt es sich n\u00e4mlich so: Schiffe haben ein elektrisches Potential durch Batterien oder den Strom, an den sie in H\u00e4fen oder Marinas angeschlossen sind. Nun kann dieses Potential variieren. Da Salzwasser leitend ist, suchen sich die st\u00e4rkeren Potentiale den Weg zum schw\u00e4cheren, weil sie die Potentiale ausgleichen wollen. Dabei docken sie an Metallen an und transportieren\u00a0die elektrischen Str\u00f6me unedlerre ab &#8230;<\/p>\n<p>Es kann also durch diese galvanische Korrosion zu erheblichen Sch\u00e4den an Schiffen kommen (die Antriebswelle, die Schiffsschraube kann zerst\u00f6rt werden, Wassertanks angefressen werden&#8230;) Um das zu verhindern, werden an Schiffen sogenannte Opferanoden angebracht, unedles Metall, dass die Str\u00f6me anfressen, da leichter anzugreifen, und edlere Metalle dadurch verschonen (wir hatten fr\u00fcher keine Opferanode, da unser Vorbesitzer meinte, sein Boot brauche das nicht, und haben bitter daf\u00fcr bezahlt).<\/p>\n<p>Unter Landstrom, d.h. wenn Boote im Hafen ans normale elektrische Netz angeschlossen sind, sind die elektrischen Str\u00f6me so gro\u00df, dass die Opferanode sehr schnell abgefressen w\u00e4re. Deshalb gibt es den galvanischen Isolator. Er wird in das Stromnetz eingebaut und verhindert, dass diese galvanischen Str\u00f6me flie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine feine Sache also. Und ihn einzubauen, geht ganz schnell. Sagt mein Mann und kriecht bei 35 Grad in die Backskiste (unser \u201eKeller\u201c, aber eng, hei\u00df, stickig). Da ist es 11.<\/p>\n<p>Um 17 Uhr ist die Kontrollleuchte angeschlossen. Und leuchtet \u2013 rot. Leuchten muss sie \u2013 gr\u00fcn.<\/p>\n<p>Also ist entweder alles falsch montiert oder, was wahrscheinlicher, da den Italienern ja nie zu trauen ist, sind die Ladestationen falsch gepolt. Das hei\u00dft, Peter muss unseren Stecker umpolen. Gesagt, getan. Die Kontrollleuchte leuchtet nun \u2013 gr\u00fcn! Geschafft! Leider leuchtet die Kontrollleuchte f\u00fcr den Landstrom daf\u00fcr nun gar nicht mehr&#8230;<\/p>\n<p>Mein armer Mann.<\/p>\n<p>Wir gehen erstmal in unsere Lieblingsbar, ein Bier trinken oder zwei.<\/p>\n<p>Und treffen Sandra und Berthold, auch Deutsche, die mit ihrem Boot im Mittelmeer unterwegs sind, bleiben, wenn es ihnen gef\u00e4llt, weiterziehen, wenn nicht. Aus Roccella wollen sie bald weg&#8230;Aus den ein, zwei Bieren wird ein netter Abend, zumal die Barbetreiber uns aufs Feinste verk\u00f6stigen \u2013 Tomate, Bruschetta, Mozzarrella, Schinken, Oliven&#8230;und das alles aufs Haus!<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ziehen wir aufs Jazzfestival, das noch jazzigeren Jazz als am Abend vorher bietet \u2013 wir bleiben nicht sehr lange.<\/p>\n<p>\u201eDaheim\u201c ist der Fischkutter weg. Wenigstens etwas&#8230;.<\/p>\n<p>PS: Peter hat gerade gegengecheckt bei Timo, unserem \u00a0SWR-Elektriker, ob das richtig war, was er getan hat. War es. Nur wir &#8211; sind von jeher mit falsch gepoltem Landanschluss gefahren&#8230;Und das h\u00e4tte b\u00f6se enden k\u00f6nnen&#8230;<\/p>\n<p>So, nun, Ihr Lieben, d\u00fcrft ihr gerne den galvanischen Isolator kommentieren&#8230;:-))))<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;beginnt nicht gerade sonnt\u00e4glich. Vor uns liegt seit neuestem ein anderer Fischkutter \u2013 nicht der, der uns den tollen Fisch geschenkt hat, sondern einer, der sein Boot nicht sauber h\u00e4lt und offensichtlich eine Fischzucht betreibt. Dazu bekommt er Fischmehl geliefert. Es&#8230;stinkt. Bestialisch. 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