{"id":337,"date":"2016-08-11T10:55:51","date_gmt":"2016-08-11T08:55:51","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=337"},"modified":"2016-08-11T10:55:51","modified_gmt":"2016-08-11T08:55:51","slug":"vom-regen-in-die-traufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=337","title":{"rendered":"Vom Regen in die Traufe&#8230;."},"content":{"rendered":"<p>Besonders clever sind wir nicht \u2013 ins Kap Keri in den S\u00fcden der Insel verlegt zu haben, nur um uns lebensmitteltechnisch f\u00fcr die lange Fahrt zu versorgen &#8230; Heute wissen wir, es h\u00e4tte auch in der kleinen Mausefallenbucht sicher zumindest Brot gegeben, und Spaghetti haben wir immer gen\u00fcgend an Bord. Aber hinterher ist man immer kl\u00fcger und so motoren wir wieder alles zur\u00fcck, was wir am Vortag auch gr\u00f6\u00dftenteils unter Motor hin gefahren sind. ..<\/p>\n<p>Zumindest frischt der Wind etwas auf und wir k\u00f6nnen segeln \u2013 harten Am-Wind-Kurs.<\/p>\n<p>Wir erreichen das offene Meer, sehen kein Land mehr. Meer, Meer, noch mehr Meer. Mehr nicht.<\/p>\n<p>Es wird ein bisschen langweilig, denn bei dem Kurs und der Schr\u00e4glage, die er mit sich bringt, kann man weder etwas am Boot arbeiten, noch lesen. Meer, Meer, Meer&#8230;.<\/p>\n<p>Kleine Mahlzeiten unterteilen den Tag, abends das Henkermahl vor dem Nachtschlag\u00a0(&gt;Schlag) \u2013 Gem\u00fcseeintopf. Dazu kein Bier, keinen Wein. Wir wollen klar bleiben.<\/p>\n<p>Ich \u00fcbernehme die erste Wache, Peter geht schlafen. \u201eGute Wache!\u201c \u201eGute Ruhe! \u201c, lerne ich, sagt man da.<\/p>\n<p>Also sitze ich allein da drau\u00dfen. Es ist sch\u00f6n. Der Mond ist aufgegangen, ein paar Sterne&#8230;nach einer halben Stunde immer noch. Nach weiteren 10 Minuten auch noch&#8230;Nach 2 weiteren Seemeilen&#8230;Es wird etwas&#8230;langweilig. Die Segel sitzen, der Kurs stimmt, auf dem AIS sind kaum andere Boote auszumachen und am Horizont tut sich auch nichts. Um uns herum nichts als Meer, Meer, noch mehr Meer&#8230; Eine liebe Kollegin hat uns H\u00f6rb\u00fccher geschenkt in weiser Voraussicht, die mag ich aber nicht holen, um Peter nicht zu wecken. Liebe Cathi \u2013 n\u00e4chstes Mal. Ich freue mich drauf!<\/p>\n<p>Kurz bevor \u201eWachabl\u00f6sung\u201c ist, frischt der Wind auf gegen 25 Knoten. F\u00fcr meinen Geschmack so viel, dass wir reffen sollten, Peter ist froh, Fahrt machen. Na denn&#8230; Gute Wache! \u2013 Gute Ruh!<\/p>\n<p>Eine halbe Stunde sp\u00e4ter holt Peter mich an Deck. Die 25 Knoten sind geblieben, tendieren eher h\u00f6her. Wir holen das Gro\u00dfsegel runter. Keine Minute zu fr\u00fch. Der Wind wird st\u00e4rker, die Wellen h\u00f6her. Das war so nicht vorgesehen! Es wird richtig hart.<\/p>\n<p>Bei einer starken Welle, rebelliert mein Magen endg\u00fcltig, ich gehe unter Deck, Augen zu, lang legen. Es hilft nicht viel, ich bin man\u00f6vrierunf\u00e4hig. Peter bleibt oben.<\/p>\n<p>Die Nacht wird heftig. Der Wind legt ordentlich zu, in B\u00f6en bis Sturmst\u00e4rke, Wellen von 5 Metern donnern gegen das Boot, kommen \u00fcber Bug und setzen sogar das Heck unter Wasser. Ich qu\u00e4le mich unten, Peter sich oben. Ich w\u00e4re meinem Mann gern eine mit allen Meerwassern gewaschene St\u00fctze, aber das hier \u00fcberfordert mich k\u00f6rperlich und mental total. Selbst Peter, gesteht er sp\u00e4ter, wird oben etwas flau. Er refft die Fock bis zum Minisegel und auch dann noch donnern wir mit 6,7 Knoten (f\u00fcr unser Boot schnell, an Land: ca. 13 Kilometer\/Stunde&#8230;) durch die Wogen. Gef\u00e4hrlich, Ihr Lieben daheim, ist das nie! Aber verdammt unangenehm.<\/p>\n<p>Am Morgen krabbele ich an Deck. Unter Deck: Als h\u00e4tte eine Bombe eingeschlagen. Alles, was auf den Boden fliegen konnte, ist geflogen \u2013 Schubladen, B\u00fccher, Decken, Kissen&#8230;.Der Wind hat sich etwas gelegt, die Wellen sind immer noch hoch, aber nicht mehr so steil. Mein Mann liegt auf der Bank im Cockpit, in Fleece und Segeljacke eingemummelt, aber barfuss, in einer stabilen Leine \u00fcber sich mit dem \u201eRettungsgeschirr\u201c eingepickt, damit ihn keine Welle von Bord holen kann&#8230;und schl\u00e4ft.<\/p>\n<p>Die Nacht hat geschlaucht. Drei Wetterberichte haben wir uns angeschaut, uns sogar die Windst\u00e4rken und-richtungen herausgeschrieben. Das aber hatte keiner vorhergesagt. Wir beschlie\u00dfen, das Abo mit \u201eWetterwelt\u201c, das wir erst kurz vor der Atlantik\u00fcberquerung aktivieren wollten, ab sofort zu nutzen. Das verspricht, eine individuelle T\u00f6rnplanung nach Wetterbedingungen zu geben. Danach sollte uns so eine Nacht nicht mehr passieren. Wir waren froh, die Starkwind-\u00c4g\u00e4is verlassen zu haben \u2013 und sind vom Regen in die Traufe gekommen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besonders clever sind wir nicht \u2013 ins Kap Keri in den S\u00fcden der Insel verlegt zu haben, nur um uns lebensmitteltechnisch f\u00fcr die lange Fahrt zu versorgen &#8230; Heute wissen wir, es h\u00e4tte auch in der kleinen Mausefallenbucht sicher zumindest Brot gegeben, und Spaghetti haben wir immer gen\u00fcgend an Bord. 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