{"id":172,"date":"2016-07-06T16:42:35","date_gmt":"2016-07-06T14:42:35","guid":{"rendered":"http:\/\/hugin31155.apps-1and1.net\/?p=172"},"modified":"2016-07-06T16:42:35","modified_gmt":"2016-07-06T14:42:35","slug":"36-grad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hugin3.de\/?p=172","title":{"rendered":"36 Grad&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Am ersten Morgen auf dem Boot gehe ich einkaufen f\u00fcr&#8217;s Fr\u00fchst\u00fcck. 10 Minuten, einkaufen, 10 Minuten zur\u00fcck. Eine halbe Stunde also etwa sp\u00e4ter trudle ich wieder auf dem Boot ein und freue mich\u00a0wahnsinnig auf Kaffee. Den haben wir an Bord. Massenhaft.<\/p>\n<p>Gedeckt ist &#8211; nichts. Das wundert mich. Peter, zuverl\u00e4ssigster Mann der Welt\u00a0und begeisterter Barista &#8211; nichts???? Peter h\u00e4ngt am Schaltpult. Der Herd ging nicht, weil die Z\u00fcndung nicht funktionierte und die funktionierte vermutlich nicht, weil&#8230;Hm. Aber wir haben noch einen Campingkocher. Irgendwo&#8230;20 Minuten sp\u00e4ter kocht das Wasser und\u00a0es riecht verlockend. Kaffee!!!<\/p>\n<p>Dennoch sollte man das Problem mit dem Herd l\u00f6sen. Schlie\u00dflich wollen wir mal kochen. Spurensuche. Peter meint eine Stunde sp\u00e4ter, wahrscheinlich w\u00e4re es die Batterie, die der Z\u00fcndung nicht genug Impuls gibt. Kein Problem, kriegen wir, pardon, er, hin.<\/p>\n<p>Erstmal packen wir aus. Und fluchen. Was zum Kuckuck hat uns getrieben, alles an Klamotten doppelt und dreifach mitzunehmen? Wir hatten fast alles an Bord und tragen sowieso eigentlich immer das gleiche &#8211; Faulheit siegt \u00fcber Eitelkeit. Wir schw\u00f6ren uns, nienienie wieder! so beladen zu reisen. Und vom Eingepackten immer nochmal die H\u00e4lfte wieder auszupacken.<\/p>\n<p>Egal, jetzt ist es halt so. Der Bootssalon sieht aus wie ein Schlachtfeld, keine Ahnung, wo wir alle Medikamente unterbringen sollen, das Sonnen\u00f6l reicht uns f\u00fcr einen dreij\u00e4hrigen Trip &#8211; die Schr\u00e4nke platzen aus allen N\u00e4hten. Und es wird hei\u00df. Und hei\u00dfer. 36 Grad im Bootsinneren&#8230;hatten wir je \u00fcber das Wetter in Deutschland gemeckert? \u00a0Zwischendurch st\u00fcrzen wir uns in die Fluten, \u00fcber den Steg gleich ins Meer, eine rostige, muschelbewachsene Leiter wieder hoch. Wunderbar. Das Meer ist traumhaft. Weich. Warm. Sogar Peter schafft es, ohne Zetern reinzuspringen :-))<\/p>\n<p>Nachmittags belohne ich mich mit einem Besuch in der Borabora-Bar. Die geh\u00f6rt zur Marina, bietet superbequeme Liegewiesen mit Matratzen und\u00a0Kissen, eine vern\u00fcnftige Leiter ins Meer&#8230;ach, was f\u00fcr ein Luxus. Perfekt w\u00e4re es, wenn sie nicht diesen Diskomist spielen w\u00fcrden &#8211; Jazz w\u00e4re nett&#8230;! Aber ich will es mir nicht ganz mit dem Barkeeper verderben. Wir kennen uns vom letzten Jahr. Da hatte er mir im Vertrauen gesagt, Hitler w\u00e4r doch eigentlich ganz prima gewesen. Ich hatte ihm im Vertrauen zur\u00fcckgesagt, dass Hitler\u00a0meinen Gro\u00dfonkel umgebracht hat &#8211; neben ein paar Millionen anderer im \u00fcbrigen. Seitdem ist unser Verh\u00e4ltnis etwas getr\u00fcbt.<\/p>\n<p>Abends koche ich. Uns hat k\u00fcrzlich jemand gefragt, wie teuer unser Trip it. Naja, je nachdem. Da wir uns den Besuch der Happyhour mit Efes und Gintonic nicht verkneifen, kochen wir wenigstens \u00a0selber. Das mache ich meistens ja auch sehr gern, aber bei 36 Grad (s.o.)&#8230; Es\u00a0ist lecker (Fusionk\u00fcche, Gem\u00fcse mit Ingwer asia\u00a0a la Ute), und sp\u00e4ter sitzen wir zufrieden an Deck, trinken noch einen Wein und\u00a0finden das Leben nur sch\u00f6n!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am ersten Morgen auf dem Boot gehe ich einkaufen f\u00fcr&#8217;s Fr\u00fchst\u00fcck. 10 Minuten, einkaufen, 10 Minuten zur\u00fcck. Eine halbe Stunde also etwa sp\u00e4ter trudle ich wieder auf dem Boot ein und freue mich\u00a0wahnsinnig auf Kaffee. Den haben wir an Bord. Massenhaft. Gedeckt ist &#8211; nichts. Das wundert mich. 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