Gustavia, St. Barths

22.,23.3.2017

Gucci, Prada, Cartier , Taschen aus echtem Krokoleder – alles, was der Mensch nun wirklich nicht braucht, all das gibt es in der Hauptstadt von St. Bath reichlich. Der Schock nach Barbuda könnte nicht größer sein. Noch nichtmal Flair und Atmosphäre. Nur wenige Kilometer weiter sind Menschen richtig arm oder krepeln am Existenzminimum. Hier: Protzender Reichtum. Wir finden es dekadent und regelrecht pervers.

Wir hätten es wissen müssen. St. Barth, diese kleine, 24 qm große Insel, ist ein Freihafen. Von Columbus wie alle anderen Inseln entdeckt, von den Franzosen gewonnen, verkauftem diese den Winzling an die Schweden! Die machten Gustavia zu einem Freihafen, und das ist es noch heute, auch wenn die Franzosen die Insel zurückkauften. Das lockt natürlich Kreuzfahrer, Reiche, Superreiche an. Und kleine Segler wie uns, die sich dieses Unikum mit den schwedischen Straßennamen mal anschauen wollen, und am liebsten sofort wieder das Weite suchen würden.

Die Bucht vor Gustavia ist rappelvoll, schwimmen geht auch nicht. Wir können noch nichtmal gut schlafen, der Wind steht direkt in die Bucht und der Schwell ist enorm. Warum sind wir nicht im Paradies geblieben?

Aber nun sind wir da, und das heißt, wir müssen einklarieren. Entgegen unserer Hoffnung gilt das leider nicht auch für die nächste Insel, sondern nur für St. Barths. Dann klarieren wir eben hier auch gleich aus.

Bummeln durch die Strassen – und finden es auf einmal gar nicht mehr soo schlimm. Es gibt immerhin sehr leckeres Eis! Endlich mal wieder. Und auch ganz nette Läden, die keine Brillies verkaufen. Einen ganz guten Supermarkt für das Nötigste. Leider keinen Außenborder für Peter, aber der potentielle Motorverkäufer ist der einige Mensch, dem wir begegnen, der ein bisschen an die Bewohner der anderen Inseln erinnert – er, wenngleich Weißer, trägt einen Rastahut.

Aber sonst: Keine Reggaemusik, keine Steeldrums, fast keine schwarze Hautfarbe, keine berauschenden Rauchwölkchen. Die Karibik, wie wir sie bisher kennen-und liebengelernt hatten, ist hier vorbei. Hier ist es clean.

Wir trösten uns bei der happy hour bei einem wirklich phantastischen Gintonic. Und machen das Beste draus…

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